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L’ Hoste, Johann

* 14.3.1890, † 1.1.1956

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 14. März 1890 in Niederlinxweiler (heute St. Wendel)/Saar; von Beruf Eisenbahner, Funktionär der KPD und der RGO. Mitglied des Gemeinderates und des Kreistages St. Wendel, 1932 wurde L’ Hoste in den Landesrat Saar gewählt. Er wandte sich gegen den Anschluß des Saargebietes an Deutschland und emigrierte nach Frankreich, dort Gießereiarbeiter. Am 12. Oktober 1940 wurde er verhaftet, nach Deutschland ausgewiesen und am 11. November 1941 durch das OLG Hamm zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis 1944 im Zuchthaus Siegburg, anschließend im KZ Flossenbürg, gelang ihm beim Transport in das KZ Dachau die Flucht. Wegen Zugehörigkeit zur »Bewegung zum Anschluß der Saar an Frankreich« (MRS) wurde L’ Hoste später aus der KPD ausgeschlossen. Er starb am 1. Januar 1956.
Sein Sohn Hubert L’ Hoste (* 10. 2. 1923) kam im Januar 1934 als Kind auf Einladung des (1940 vom NKWD in der UdSSR erschossenen) sowjetischen Schriftstellers Michail Kolzow (dessen »Spanisches Tagebuch« erst 1986 in der DDR und ohne jeden Hinweis auf das Schicksal des Autors erschien) nach Moskau. Kolzows Lebensgefährtin Maria Osten schrieb das Buch »Hubert im Wunderland«, das Hubert L’ Hostes Kindheit und Jugendzeit behandelte. 1941 wurde Hubert nach Kasachstan verbannt und noch 1942 ist Wolfgang Leonhard dem völlig ausgezehrten Hubert L’ Hoste im Karaganda-Gebiet begegnet. Nach 1945 konnte er in der UdSSR studieren und wurde Chefagronom in einem Weinbau-Sowchos auf der Krim. Hubert L’ Hoste starb am 5.August 1959.

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