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Margies, Rudolf

* 25.2.1884, † 31.5.1937

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 25. Februar 1884 in Parchau/Krs. Jerichow, von Beruf Tischler. 1904 Mitglied des DHV und der SPD. Bereits vor 1914 soll Margies wegen diverser krimineller Delikte zu Haftstrafen verurteilt worden sein. Er war Soldat im Weltkrieg. Während der Novemberrevolution im Ruhrgebiet Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Margies wurde Angehöriger des AM-Apparats, 1922 wegen der Erschießung eines Polizisten auf einer KPD-Kundgebung in Bochum zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, dann aber amnestiert. Als führender Mitarbeiter des AM-Apparats von 1923 wurde er 1925 im Leipziger »Tscheka-Prozeß« zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Versuch, Margies ähnlich wie Otto Braun dann 1928 aus dem Gefängnis zu befreien, schlug fehl. Der XII. Parteitag 1929 wählte ihn (in Abwesenheit) in das Ehrenpräsidium. Im Oktober 1930 amnestiert, fand anläßlich seiner Entlassung eine große Feier der KPD in Essen statt. Anfang 1931 reiste er in die Sowjetunion, besuchte dort die M-Schule der Komintern, wurde Mitglied der KPdSU. Margies war in Moskau eng mit Max Hoelz befreundet, er soll zuletzt als Deutschlehrer gearbeitet haben und erhielt noch im September 1936 von Friedrich Fränken und Heinrich Wiatrek eine positive Beurteilung. Am 4.November 1936 als »Teilnehmer« der erfundenen »Hoelz-Wollenberg-Organisation« vom NKWD verhaftet, er wurde beschuldigt, Mitglied einer terroristischen trotzkistischen Gruppe unter Führung von Erich Wollenberg zu sein und einen Bombenanschlag auf Georgi Dimitroff geplant zu haben. Rudolf Margies wurde am 31. Mai 1937 zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Seine Frau Stanislawa Margies (*1881) wurde 1937 ebenfalls verhaftet und verschwand im Gulag, ihr Sohn Gerhard (*1921) kam 1942 in einem sowjetischen Lager ums Leben.

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