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Nawrocki, Josef

* 10.2.1880, † 29.1.1941

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 10. Februar 1880 in Biniew/Provinz Posen, in Berlin aufgewachsen, lernte Former, im Ersten Weltkrieg Soldat. Er war seit 1898 Mitglied der SPD, 1917 der USPD und kam 1920 mit deren linkem Flügel zur KPD. Seit Anfang 1919 als Kriegsinvalide Bürohilfsarbeiter bei der Gemeinde Friedrichshagen bei Berlin. Von Juni 1920 bis 1924 war er zunächst für die USPD, dann für die KPD Abgeordneter der Berliner Stadtverordnetenversammlung, von 1922 bis 1924 unbesoldeter Stadtrat in Köpenick. Seit 1923 gehörte er der BL Berlin-Brandenburg an und war enger Mitarbeiter von Wilhelm Pieck. Wegen Beteiligung an der militärischen Vorbereitung für den KPD-Oktoberaufstand 1923 im Hochverrats-Prozeß von 1925 gegen Arkadi Maslow und andere wurde er in Abwesenheit zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Nawrocki lebte in Königsberg und arbeitete in der BL Ostpreußen, anschließend bis 1928 im Apparat der Komintern in Moskau. 1928 illegale Rückkehr nach Deutschland, UB-Leiter in Elbing. 1929 amnestiert, übernahm er die Filialleitung der Zeitungsexpedition für die »Rote Fahne«. Am 28. Februar 1933 verhaftet, kam er acht Wochen in »Schutzhaft«, danach in der illegalen KPD im Norden Berlins aktiv. Im Juni 1936 erneut festgenommen und am 15.Juli 1937 vom Kammergericht Berlin zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Zunächst im Zuchthaus Brandenburg, dann im Zuchthaus Sonnenburg. Dort kam Josef Nawrocki am 29.Januar 1941 ums Leben.

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