Biographische Datenbanken

Nischwitz, Margarete

* 17.10.1891, † 10.12.1979

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Margarete Stock wurde am 17. Oktober 1891 in Sachsen als Tochter einer ledigen Spinnereiarbeiterin geboren; Trikotagennäherin. Seit 1912 mit Paul Nischwitz verheiratet, 1912 Mitglied der SPD, 1917 der USPD, 1918 des Spartakusbundes. Margarete Nischwitz war Mitbegründerin der KPD in Chemnitz-Nord und Frauenleiterin der KPD in Chemnitz. Von 1921 bis 1933 Abgeordnete der Chemnitzer Stadtverordnetenversammlung, von 1929 bis 1932 Leiterin des Frauensekretariats der BL Sachsen in Dresden. Sie wurde 1925 Vorsitzende des Roten Frauen- und Mädchenbundes (RFMB) in Sachsen. Delegierte des VI. Weltkongresses der Komintern 1928 in Moskau, wo sie zur Frauenfrage sprach. 1929 zog sie als Abgeordnete in den Sächsischen Landtag ein, kandidierte auch 1930 wieder (an dritter Stelle), wurde erneut gewählt und blieb bis 1931/32 stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Mitglied des Sekretariats der BL Sachsen. Sie schied aus familiären Gründen aus der hauptamtlichen Parteiarbeit aus. Als ihr die BL riet, sich scheiden zu lassen, lehnte sie das ab. Nachdem ihr Mann schon 1930 aus der KPD ausgetreten und Mitglied der SPD geworden war, hat auch sie 1932 die KPD verlassen. Die Zerrüttung der Familie und politische Probleme verursachten ein längeres Nervenleiden, deshalb war sie zeitweise in einer Nervenheilanstalt untergebracht. Nach 1933 mehrmals inhaftiert, schloß sie sich 1945 wieder der KPD bzw. der SED an, bekam aber nur noch untergeordnete Funktionen. 1976 erhielt sie den VVO in Gold, wohnte als Parteiveteranin in Frohnau im Erzgebirge. Margarete Nischwitz starb dort am 10. Dezember 1979.

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Karl Dietz Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
Karl Dietz Verlag Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Tel. 030 - 29 78 45 34

Zum Abkürzungsverzeichnis