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Nitsche, Gustav

* 27.4.1892, † 9.4.1966

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 27. April 1892 in Greppin/Krs. Bitterfeld, Sohn eines Fabrikarbeiters; Lehre und Arbeit als Maschinenschlosser, 1911 Mitglied der SPD. Nach seinem Militärdienst arbeitete Nitsche bis April 1933 als Schlosser bei der A.G. für Anilinfabrikation in Wolfen. Bis 1931 war er Mitglied des dortigen Betriebs- und Arbeiterrates. Er trat 1918 der USPD bei und wurde im Dezember 1920 Mitglied der KPD. Zeitweilig Polleiter der Ortsgruppe Greppin, Mitglied der UBL Bitterfeld und der BL Halle-Merseburg. Ab Mai 1924 Gemeindevertreter in Greppin, 1929 Abgeordneter des Kreistages Bitterfeld. Er wurde 1930 aus dem DMV ausgeschlossen und trat in die RGO ein. Als »Vertreter der mitteldeutschen chemischen Betriebsarbeiter« Delegierter des XII. KPD-Parteitags 1929 in Berlin-Wedding, dort wurde Nitsche als Mitglied in das ZK gewählt, dem er bis 1931 angehörte. Die Gründe für Nitsches Ausscheiden aus dem ZK und der KPD sind unbekannt. In einer späteren Aufstellung der KPD-Führung über das Schicksal der ZK-Mitglieder steht bei Nitsche nur der Zusatz »1931 aus der Partei ausgeschlossen«. Am 6. Mai 1933 wurde er verhaftet und saß bis 29. April 1934 in »Schutzhaft« im KZ Lichtenburg bei Torgau, stand dann bis 1940 unter Polizeiaufsicht. Nitsche wurde Notstandsarbeiter bzw. Schlosser im Kraftwerk Bitterfeld. Ende April 1945 von der amerikanischen Militärkommandantur als Bürgermeister von Greppin eingesetzt, behielt er diese Funktion bis 1950. Anschließend erneut Schlosser in der Farbenfabrik Wolfen, seit 1946 Mitglied der SED. Gustav Nitsche starb am 9.April 1966.

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