Biographische Datenbanken

Obuch, Gerhard

* 14.3.1884, † 17.2.1960

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren als Sohn eines Justizrates und einer adligen Mutter am 14. März 1884 in Lauenburg/ Pommern; besuchte das humanistische Gymnasium und studierte an den Universitäten Königsberg, Berlin und Leipzig Jura und Sozialwissenschaften. 1906 Mitglied der SPD. Er ließ sich 1912 als Rechtsanwalt in Düsseldorf nieder. 1914 Heirat und Übersiedlung nach Berlin. Als Gegner der Kriegskreditbewilligung geriet er in Opposition zur SPD und schloß sich 1917 der USPD an. Während des Krieges arbeitete Obuch ein Jahr lang bei der deutschen Verwaltung Ober-Ost. Nach der Revolution 1918 Mitglied des Reichsausschusses des zentralen Vollzugsrates der Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin. Im Januar 1919 für die USPD in die Preußische Landesversammlung gewählt. Auf dem USPD-Parteitag im März 1919 Vertreter und Sprecher des linken Flügels, Vertrauter Georg Ledebours. 1921 Abgeordneter des Preußischen Landtags, dem er ununterbrochen bis 1933 angehörte. Bei der Spaltung der USPD blieb Obuch zunächst – als Gegner des Anschlusses an die Komintern – bei der USPD. Als sich die USPD 1922 mit der SPD verschmolz, stemmte er sich gemeinsam mit Ledebour gegen diese Vereinigung. Obuch trat 1922 zur KPD über. Nach 1923 aktiv in der Roten Hilfe tätig und Mitglied der Juristischen Zentralstelle der KPD. Zusammen mit seinem Associé Hermann Horstmann (der Opfer der Stalinschen Säuberung wurde) machte er sich vor allem als Verteidiger kommunistischer Angeklagter einen Namen. 1933 verhaftet und bis Ende 1933 im KZ Sonnenburg. Weihnachten 1933 entlassen, mußte er als Arbeitslosenfürsorge-Empfänger im Straßenbau arbeiten. 1935 konnte er in einem Umschulungskurs Buchhaltung lernen und ab 1936 als Buchhalter tätig sein. In den NS-Juristenbund wurde er nicht aufgenommen, so daß er nicht als Rechtsanwalt praktizieren durfte. 1938 hatte sein Bemühen, Rechtsberater in der Industrie zu werden, Erfolg. Politisch trat er nicht mehr hervor. Nach 1945 lebte er in Westdeutschland, war politisch nicht mehr aktiv. Gerhard Obuch starb am 17. Februar 1960 in Rauenthal im Rheingau.

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Karl Dietz Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
Karl Dietz Verlag Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Tel. 030 - 29 78 45 34

Zum Abkürzungsverzeichnis