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Poser, Magnus

* 26.1.1907, † 14.7.1944

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 26. Januar 1907 in Jena, Sohn eines Zimmermanns; Tischlerlehre, anschließend Wanderschaft durch die Schweiz, Österreich, Dänemark, Finnland und die Sowjetunion. Mitglied einer sozialdemokratischen Jugendgruppe, trat während des Jugendtages in Gotha im Oktober 1923 mit der Gruppe in die KJD ein. Arbeiter in den Zeiss-Werken in Jena. 1928 Mitglied der KPD. 1929 bis 1933 im Verband proletarischer Freidenker tätig. Nach 1933 zunächst Mitglied der illegalen UB-Leitung von Jena, wurde am 26. November 1933 verhaftet und am 20. April 1934 zu zwei Jahren und vier Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Freilassung wieder Tischler, baute dann in Jena eine Widerstandsgruppe auf. Nach Kontaktaufnahme zu Theodor Neubauer Anfang 1942 gehörte er mit zu den führenden Mitgliedern einer in Thüringen weitverzweigten Widerstandsorganisation, die Verbindungen nach Berlin und Sachsen hatte. Magnus Poser wurde am 14. Juli 1944 an seiner Arbeitsstelle verhaftet und in den Weimarer Marstall, den Gestapositz, überführt. Nach unmenschlichen Folterungen in der Nacht vom 20. zum 21. Juli 1944 versuchte er zu fliehen, wurde aber im angrenzenden Park von fünf Schüssen getroffen und in das Krankenrevier des KZ Buchenwald transportiert, wo Magnus Poser starb.
Seine Frau Lydia Poser, geborene Orban (*30.1. 1909 – † 30. 12. 1984), war Stenotypistin, seit 1929 in der KPD. Bis 1933 Mitarbeiterin der BL in Jena und Erfurt, übernahm im Frühjahr 1933 die Funktion einer Orgleiterin im UB Jena, wurde aber schon am 26.November 1933 verhaftet und mit Magnus Poser am 20. April 1934 vom OLG Jena zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Im September 1936 heiratete sie Magnus Poser. Bis 1945 Stenotypistin, von 1946 bis 1948 Bürgermeisterin von Jena. Von 1948 bis 1950 Mitglied, 1951 Vorsitzende der Kommission für Staatliche Kontrolle im Land Thüringen. Von 1952 bis 1959 Vorsitzende des Rates des Bezirks Gera.

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