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Chwalek, Roman

* 24.7.1898, † 27.11.1974
Minister für Arbeit

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Woinowitz (Krs. Ratibor, Oberschles./ Wojnowice, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; 1912 – 14 Ausbildung in einer Maschinenfabrik; 1915 – 18 Militärdienst, zul. Uffz.; 1918 Einheitsverb. der Eisenbahner, USPD; 1919 – 30 Schlosser im Reichsbahnausbesserungswerk Oppeln, 1. Vors. des Betriebsrates; 1920 KPD, 1920 – 31 Mitgl. ihrer BL Oberschles.; 1924 – 30 Stadtverordneter in Oppeln, 1930 – 33 MdR u. Reichsltr. der Industriegr. Eisenbahn in der RGO, Nov. 1932 Org.-Ltr. des Reichskomitees der RGO; Sept. 1933 wegen illeg. pol. Arbeit verhaftet, Aug. 1934 Verurteilung durch den VGH wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu drei Jahren Zuchthaus, 1937 – Juni 1939 KZ Sachsenhausen, Sept. 1939 erneut verhaftet, nach wenigen Tagen wieder entlassen; 1939 – 45 Schlosser in Berlin-Neukölln.
Mai 1945 Mitarb. der Kommunalen Verw. in Berlin-Britz; Mitunterz. des Aufrufs des Vorbereitenden Gewerkschaftsaussch. für Groß-Berlin u. Mitgl. des Aussch.; 1946 SED; 1946 – 55 Mitgl. des FDGB-BV, 1946 – 49 Vors. des LV Groß-Berlin u. 1949/50 der IG Eisenbahn; 1949 Mitgl. des Dt. Volksrats, 1949 – 54 der (Prov.) Volkskammer; 1950 – 53 Min. für Arbeit (Nachf. von  Luitpold Steidle) u. 1953/54 für Eisenbahnwesen (Nachf. von  Hans Reingruber); ab Nov. 1954 – 68 Vorstandsmitgl., ab 1957 1. Stellv. des Präs. des Verb. Dt. Konsumgenossenschaften; 1958 u. 1963 VVO; 1968 KMO; 1968 Banner der Arbeit; 1973 Ehrenspange zum VVO; 1968 Rentner.

AnH; HME

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 24. Juli 1898 in Woinowitz/Oberschlesien, Sohn eines Eisenbahners; Lehre in einer Maschinenfabrik. 1915 bis 1918 Militärdienst, 1918 Mitglied im Eisenbahnerverband und der USPD. Chwalek war von 1919 bis 1930 Schlosser im Reichsbahnausbesserungswerk in Oppeln und dort 1. Vorsitzender des Betriebsrates. 1920 trat er der KPD bei und blieb bis 1931 in der KPD-BL Oberschlesien und von 1924 bis 1930 Stadtverordneter in Oppeln. Im September 1930 im Wahlkreis Oppeln und im Juli 1932 im Wahlkreis Liegnitz in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Chwalek war zunächst Reichsleiter der Industriegruppe Eisenbahn der RGO und ab November 1932 Orgleiter des Reichskomitees der RGO. 1933 illegale Arbeit, im September 1933 verhaftet und im August 1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte, anschließend im KZ Sachsenhausen. Im Juni 1939 freigelassen, lebte er bis 1945 als Schlosser in Berlin-Neukölln. Im Mai 1945 gehörte er zu den Mitunterzeichnern des Aufrufs des Vorbereitenden Gewerkschaftsausschusses für Groß-Berlin. Als Kommunist Vorsitzender des FDGB in Berlin, von 1946 bis 1955 Mitglied des FDGB-Bundesvorstandes und von 1949 bis 1951 Vorsitzender des ZV der IG Eisenbahn in der SBZ/DDR. Ab 1950 Minister für Arbeit und 1953/54 für Eisenbahnwesen in der Regierung Grotewohl, im Mai 1954 abberufen. Die ZPKK der SED besaß eine schriftliche Erklärung, in der er sich anläßlich seiner Entlassung aus dem KZ der Gestapo gegenüber verpflichtet hatte, jegliche politische Tätigkeit gegen das NS-Regime künftig einzustellen. Ab November 1954 bis 1968 Vorstandsmitglied bzw. Stellvertreter des Präsidenten des Verbandes Deutscher Konsumgenossenschaften in der DDR. Roman Chwalek starb am 27. November 1974 in Ost-Berlin. Seine Frau Martha Chwalek, geborene Wende (*1. 10. 1899 – † 15. 2. 1986), war Sekretärin und Stenotypistin. Seit 1925 KPD-Mitglied, 1928 Stadtverordnete in Breslau, ab 1930 im schlesischen Provinziallandtag. Sie arbeitete im RGO-Reichskomitee und absolvierte 1931/32 einen Lehrgang an der Leninschule in Moskau. Nach 1933 im Widerstand, deshalb am 18. Januar 1934 festgenommen und im Februar 1935 vom VGH zusammen mit Wilhelm Agatz zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Bis Juli 1938 in KZs. Von 1945 bis 1949 als Mitglied der KPD/SED im Bezirksamt Berlin-Neukölln, ab 1948 Verwaltungsleiterin des Krankenhauses Berlin Prenzlauer Berg. Später Leiterin des Hauptamtes für Gesundheitswesen in Ost-Berlin.

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