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Raddatz, Karl

* 7.11.1904, † 12.2.1970

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 7. November 1904 in Magdeburg, Sohn einer Arbeiterfamilie; wurde Schriftsetzer. 1919 Mitglied der FSJ und der SPD, 1921 der USPD, 1922 erneut der SPD. 1924 Austritt aus der SPD. Nach Wanderschaft durch Österreich und Italien 1927 Mitglied der KPD. Zunächst Mitarbeiter des AM-Apparates der KPD-BL Magdeburg, im Frühjahr 1933 wurde Raddatz Org- dann Polleiter der KPD in Magdeburg bzw. in Thüringen. Am 15. November 1933 festgenommen und am 2. Juli 1934 vom Kammergericht Berlin zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Aus dem Zuchthaus Luckau im Dezember 1936 entlassen, aber am 22. Juni 1941 erneut verhaftet, saß Raddatz bis 1945 im KZ-Sachsenhausen. Ab 1. Juni 1945 Leiter des Hauptausschusses Opfer des Faschismus beim Magistrat von Groß-Berlin, ab Februar 1947 Generalsekretär der VVN für die SBZ. Wegen »parteischädlichen Verhaltens« 1949 abgesetzt, von 1949 bis 1953 Redakteur am Deutschen Institut für Zeitgeschichte, anschließend Leiter der Westarbeit im Ausschuß für Deutsche Einheit, Mitglied des Präsidiums des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR. Karl Raddatz wurde wegen seiner offenen Kritik an der Politik Walter Ulbrichts, seiner Freundschaft zu Karl Schirdewan und seiner Kontakte zu dem 1958 in den Westen geflüchteten Heinz Brandt am 22. Juni 1960 verhaftet und in einem Geheimprozeß am 10. Mai 1962 vom Obersten Gericht der DDR wegen angeblicher Spionage und Verletzung des Amtsgeheimnisses zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Zuge der Amnestie im Dezember 1964 aus dem Zuchthaus Bautzen entlassen, danach 1965 Mitarbeiter im Archiv der Deutschen Staatsbibliothek. Karl Raddatz starb am 12.Februar 1970 in Ost-Berlin.

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