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Regler, Gustav

* 25.5.1898, † 14.1.1963

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


(* 1898 – † 1963)
Geboren am 25. Mai 1898 in Merzig/Saarland, Sohn eines Buchhändlers. Als Offizier im Weltkrieg verwundet, verteidigte er 1919 die Münchner Räterepublik. Die Erfahrungen der Kindheit und des Krieges machten ihn zum überzeugten Sozialisten. Er studierte in Heidelberg und München Germanistik und promovierte 1922. Zunächst Journalist, 1928 trat er der KPD bei, kam nach Worpswede und lebte seit den zwanziger Jahren mit Heinrich Vogelers Tochter Marie Luise (Mieke) (* 1901 – †1945) zusammen. Aktiv in der kommunistischen Partei und der Freidenkerbewegung, arbeitete Regler dann als Schriftsteller in Berlin. 1933 Emigration, zunächst wirkte er als Agitator während der Saarabstimmung. Er nahm aktiv am Internationalen Schriftstellerkongreß im Juni 1935 in Paris teil, wurde aber von der KPD-Führung wegen seines offenen Auftretens als Kommunist gerügt. 1936 war er in Moskau an der Redigierung des Protokolls des 1. Schauprozesses (gegen Sinowjew u. a.) beteiligt. Er kämpfte 1937 in den Reihen der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, war eng mit Ernest Hemingway befreundet und kam schwer verwundet in ein Feldhospital und erhielt die spanische Staatsbürgerschaft. 1939 im französischen Lager Vernet interniert. Regler distanzierte sich vom Stalinismus, trennte sich von der kommunistischen Bewegung und wurde aus der KPD ausgeschlossen. 1940 emigrierte er über New York – wo Regler und Mieke Vogeler heirateten – nach Mexiko. Dort war er im Vorstand der Liga für deutsche Kultur und wurde von der KI als »Verräter« angegriffen. Regler kam 1952 in die Bundesrepublik, hier journalistisch und politisch aktiv, ein engagierter Kämpfer für die Freiheit. Zeitweilig Korrespondent von Radio Saarbrücken in Rom, pendelte er zwischen Mexiko und Europa. Gustav Regler starb am 14.Januar 1963 überraschend in einem Hotel in Neu Delhi. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und sind in fast 50 Ausgaben in aller Welt erschienen. Sein bekanntestes Buch ist die Autobiographie »Das Ohr des Malchus«. Ab 1994 erschien eine 15bändige Werkausgabe Reglers.

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