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Sattler, Karl

* 29.1.1896, † 8.5.1945

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 29. Januar 1896 in Mainz, Sohn eines Tagelöhners; Maschinenschlosser in Köln, trat 1922 in die KPD ein und gehörte seit 1925 der RFB-Gauleitung Mittelrhein an. Ab März 1929 war er Vorsitzender des Erwerbslosen-Bezirksausschusses und Mitglied der BL Mittelrhein. Im November 1929 in die Kölner Stadtverordnetenversammlung gewählt, war er 1930 KPD-Spitzenkandidat zu den Reichstagswahlen im Wahlkreis Köln-Aachen. Seine Kandidatur erregte Aufsehen, nachdem die sozialdemokratische »Rheinische Zeitung« enthüllte, daß Sattler in den Jahren 1918 bis 1921 wegen Betrugs, Unterschlagung und Diebstahls zu insgesamt zwei Jahren Gefängnis rechtskräftig verurteilt worden war. Die KPD hielt an Sattlers Kandidatur fest und verharmloste seine Vergehen als Jugendsünde. Er wurde am 14. September 1930 in den Reichstag gewählt, dem er bis Juli 1932 angehörte. Im September 1931 wegen Beleidigung des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Auf einer Parteiarbeiterkonferenz am 11. April 1932 wurde Sattler heftig kritisiert, für den Stimmenrückgang bei den Preußischen Landtagswahlen vom Vortage verantwortlich gemacht und als UB-Leiter nach Aachen versetzt. Nach dem Reichstagsbrand inhaftiert, saß er bis Anfang April 1934 in »Schutzhaft«, wurde dann im März 1937 vom OLG Hamm zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Anfang Januar 1941 zwar an seinen Wohnort Alsdorf bei Aachen entlassen, aber am 22. August 1944 im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« erneut festgenommen. Karl Sattler war zuletzt Häftling im KZ Bergen-Belsen, wo er am 8. Mai 1945 umgekommen sein soll. Dieses Todesdatum wurde 1950 vom Amtsgericht Aachen festgesetzt.

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