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Schütz, Walter

* 25.10.1897, † 29.3.1933

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 25. Oktober 1897 in Wehlau/Ostpreußen; arbeitete nach der Lehre als Maschinenschlosser in Königsberger Betrieben. 1921 trat er der KPD bei, war ab 1927 hauptamtlicher Funktionär der KPD, 1928 einige Monate Orgleiter der BL Ostpreußen. Im Juni 1929 Delegierter Ostpreußens zum XII. Parteitag in Berlin, seit 1925 in der Königsberger Stadtverordnetenversammlung, im September 1930 wurde Schütz für die KPD im Wahlkreis Ostpreußen als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Nach dem Reichstagsbrand untergetaucht, wurde er bereits am 29. März 1933 von SA-Leuten in einer illegalen Wohnung in Königsberg aufgespürt, in eine Kaserne verschleppt und so bestialisch mißhandelt, daß Walter Schütz seinen Verletzungen im Krankenhaus erlag. Das Krankenhauspersonal wurde angewiesen, seinen Totenschein auf »Herzschlag« auszustellen. Seine Frau Elise Schütz, geborene Sahnwald (* 6. 4. 1899), emigrierte mit ihrem Sohn Gustav (* 2. 9. 1920) in die Sowjetunion. Hier wurde sie in einer vertraulichen Information von Paul Jäkel für das ZK der KPD und die deutsche Vertretung beim EKKI vom 29. April 1938 noch neben Erich Wundersee und Berta Köppe erwähnt, weil alle drei seit Ende 1937 keine Parteibeiträge gezahlt hätten. Gustav Schütz, der zunächst im Kinderheim Iwanowo bei Moskau aufwuchs, kam 1936 als Kadett an die Moskauer Militärschule. Als Artillerieleutnant der Roten Armee ist er Ende 1941 gefallen.

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