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Skoblewski (Rose), Peter

* 16.6.1890, † 1939

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


(* 1890 – † 1939)
Geboren am 16. Juni 1890 in Tambow/Ruß-
land, in einer Arbeiterfamilie als Woldemar Rudolfowitsch Rose. Als Fähnrich diente er im Weltkrieg in der zaristischen Armee, gehörte seit Oktober 1917 der Roten Armee an, wo er verschiedene Kommandeursposten innehatte, z. B. war er 1919 Divisionskommandeur und erhielt für seine Tapferkeit den Rotbanner-Orden. Ab 1918 Mitglied der Partei der Bolschewiki. Er absolvierte die Generalstabsakademie, war im März 1921 Anführer einer Sturmkolonne bei der Liquidierung des Aufstandes der Kronstädter Matrosen. Ab Dezember 1922 hielt er sich – nun unter dem Pseudonym Skoblewski – als Beauftragter der Komintern zur Anleitung der illegalen Arbeit in Deutschland auf und wurde im August oder September 1923 als Nachfolger von Karl Retzlaw (Gröhl) Leiter der AM-Abteilung in der KPD. Hier war er unter dem Decknamen Hellmuth Verfasser der Mobilisierungs- und Bewaffnungspläne für die Vorbereitung des »deutschen Oktober« und maßgeblich an der Gründung und Anleitung der Tscheka-Gruppe von Felix Neumann beteiligt. Er wurde im März 1924 in Berlin verhaftet und im berüchtigten »Tscheka-Prozeß« 1925 als Peter Skoblewski (und gleichzeitig Goreff) wegen »Anstiftung zum Mord und Hochverrats« angeklagt und zum Tode verurteilt, wurde dann aber 1927 gegen drei in die Sowjetunion gelockte und verhaftetete Deutsche ausgetauscht. Nach seiner Rückkehr erhielt er in Moskau den zweiten Rotbanner-Orden und übernahm wieder hohe Kommandeursstellungen in der Roten Armee. Peter Skoblewski-Rose wurde 1938 vom NKWD verhaftet und 1939 erschossen, später »posthum rehabilitiert«.

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