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Skrentny, Konrad

* 23.4.1894, † 20.4.1955

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 23. April 1894 in Usch/Westpreußen, Sohn eines Zimmermanns; lebte bis 1905 in Danzig, dann in Düsseldorf-Gerresheim, lernte dort Glasmacher. Er trat 1913 der SPD und dem DMV bei. Im Weltkrieg Soldat, Unteroffizier, nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft bis 1930 Walzer und Betriebsrat im Stahlwerk Düsseldorf. 1918 Mitglied der USPD, 1920 Übertritt zur KPD. Ab 1927 ehrenamtliches Mitglied der BL Niederrhein, 1929 wurde er dort Sekretär für Gewerkschaftsfragen, dann im gleichen Bezirk führend in der RGO. Im September 1930 als Abgeordneter im Wahlkreis Düsseldorf-Ost in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Skrentny war 1931/32 Orgleiter im Reichskomitee der RGO in Berlin. Ab Februar 1933 für die illegale RGO tätig, am 9. Juni 1933 wurde er verhaftet, nach längerer »Schutzhaft« in Düsseldorf und im KZ Börgermoor am 3. Februar 1934 vom OLG Hamm zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt, die er in Wuppertal und im Strafgefangenenlager III Brual-Rhede-Ems verbüßte. Nach der Freilassung am 5. August 1935 als Arbeiter beschäftigt, wurde er noch öfter für mehrere Monate inhaftiert, u.a. von April bis September 1937 im KZ Sachsenhausen. Von 1939 bis 1943 Schweißer, 1944 Soldat, dann bis 1945 dienstverpflichtet als Fabrikarbeiter. Ab 1945 betätigte sich Skrentny wieder als Funktionär in der KPD, Mitglied der Landesleitung Nordrhein-Westfalen. Er gehörte vom 2. Juni 1946 bis 19. April 1947 dem ernannten Landtag von Nordrhein-Westfalen an, war dort zeitweise 2. Vizepräsident. Am 29. Februar 1948 trennte er sich von der KPD, da er mit der Parteilinie nicht einverstanden war, Übertritt zur SPD. Zeitweise in der Gewerkschaft aktiv, enger Mitarbeiter von Hans Böckler, ab 1947 war er Arbeitsdirektor in Duisburg. Konrad Skrentny starb am 20. April 1955 in Düsseldorf. In Duisburg-Ruhrort wurde eine Straße nach ihm benannt. Peter Rütters veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Konrad Skrentny.

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