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Thielen, Nikolaus

* 22.11.1901, † 6.1.1944

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 22. November 1901 in St. Sebastian bei Koblenz; lernte Maschinist in Vallendar, trat 1918 in die Gewerkschaft und 1919 in die SPD ein. Anfang 1924 wurde Thielen, seit 1923 KPD-Mitglied, 1. Bevollmächtigter des DMV in Bendorf/Rhein, seine Wahl war nach Darstellung der SPD-Presse unter zweifelhaften Umständen erfolgt. 1927 Delegierter zum XI. Parteitag der KPD, gehörte er ab Ende 1927 zur engeren BL Mittelrhein. Er kam 1929 in den Kreistag Koblenz, wurde im Juli 1932 im Wahlkreis Köln-Aachen in den Reichstag gewählt und blieb auch nach den Novemberwahlen Reichstagsabgeordneter. Thielen flüchtete 1933 nach Lothringen und wirkte ab April 1934 im Saargebiet. Nach Berlin geschickt, sollte er Oberberater in der Pfalz werden, wurde aber am 21. September 1934 bei seiner Ankunft in Berlin erkannt und festgenommen. Die Gestapo brachte ihn so weit, einen Treff preiszugeben, den er am Bahnhof in Weinheim mit Kurt Müller, dem Bezirksleiter Baden-Pfalz, und Fritz Bischoff, dem Oberinstrukteur, verabredet hatte. Thielen fuhr am 23.September nach Weinheim und diente der Gestapo dort als Lockvogel. Bereits vorher hatte er eine Zusammenkunft in Berlin, u. a. mit Georg Handke, hochgehen lassen. Er wurde am 2. Juli 1935 dennoch vom 1. Senat des VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, saß mehrere Jahre im Zuchthaus Siegburg und Waldheim, schließlich am 18. November 1943 ins KZ Mauthausen gebracht, wo Nikolaus Thielen am 6. Januar 1944 ums Leben kam.

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