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Wachtel, Max

* 14.3.1896, † 15.10.1963

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 14. März 1896 in Kiel, Sohn eines Büroangestellten. Tischler, 1917 Mitglied der USPD. Im Ersten Weltkrieg Soldat bei der Marine, wurde wegen seiner oppositionellen politischen Aktivitäten zweimal eingekerkert. 1918 Mitglied des Soldatenrates bei der 4. Minenräumflottille in der Ostsee vor Helsinki, 1918/19
Angehöriger der Volksmarinedivision, wurde 1920 Mitglied der KPD. Von 1920 bis 1929 Betriebsratsmitglied bei General-Motors, dann als hauptamtlicher RGO-Funktionär u. a. Leiter der Abteilung Betriebsräte Berlin-Brandenburg und Vorsitzender des Betriebsräteausschusses Berlin. Er gehörte zum engeren Sekretariat der RGO Berlin-Brandenburg und war zusätzlich Instrukteur der BL Berlin-Brandenburg. Das Stadtverordnetenmandat, das er bei den Wahlen im März 1933 errang, durfte er als Kommunist nicht mehr wahrnehmen. 1933/34 Haft im KZ Sonnenburg, setzte nach seiner Freilassung die illegale Arbeit fort. Am 16. Juni 1936 in Berlin festgenommen und am 22. September 1937 vom VGH zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde am 12. April 1938 in 15 Jahre Zuchthaus umgewandelt, bis 1945 in Brandenburg-Görden. Er leitete als KPD- bzw. SED-Mitglied 1945/46 die Polizeiinspektion in Berlin-Charlottenburg, von der britischen Militärregierung des Amtes enthoben. Danach Vorsitzender des ZV der IG Holz und Mitglied des FDGB-Bundesvorstandes. Von 1950 bis 1952 Hauptgeschäftsführer des HO Möbelhauses in Ost-Berlin, dann bis 1961 Kaderleiter in mehreren volkseigenen Betrieben. Max Wachtel starb am 15. Oktober 1963 in Ost-Berlin.

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