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Wallstab, Willi(y)

* 26.2.1888, † 15.12.1956

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 26. Februar 1888 in Leopoldshall/ Krs. Bernburg bei Staßfurt, Sohn eines Schneiders; in Berlin Friseurlehre, anschließend Friseurgeselle in Hannover. Von 1910 bis 1932 hatte er ein eigenes Friseurgeschäft in Leopoldshall. Wallstab schloß sich 1911 der SPD an und ging 1917 zur USPD. Im Januar 1917 wurde er als Rüstungsarbeiter nach Magdeburg dienstverpflichtet. Während der Novemberrevolution gehörte er dem Staßfurter Arbeiter- und Soldatenrat an und überführte Mitte 1919 die Mehrheit der USPD-Ortsgruppe in die KPD, deren Vorsitzender er bis 1933 blieb, von 1920 bis 1933 war er in der Staßfurter Stadtverordnetenversammlung. Er kam auf dem VIII. Parteitag im Januar 1923 in Leipzig als Vertreter für Magdeburg-Anhalt in den ZA, organisierte im Herbst 1923 in Staßfurt die militärischen Vorbereitungen für den Aufstand, von 1920 bis 1933 Abgeordneter des Provinziallandtages Anhalt. Am 17.März 1933 festgenommen, saß Wallstab bis Ende September 1933 in »Schutzhaft«. Am 29.April 1936 erneut verhaftet, am 22. März 1937 vom Kammergericht Berlin zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Coswig verbüßte. 1941 im »Arbeitserziehungslager« Süpplingen bei Haldensleben in den Steinbruch geschickt, nach Arbeitsverweigerung in seinem Beruf als Friseur beschäftigt. Anfang 1942 in das KZ Neuengamme eingeliefert. Von dort kehrte er im Juni 1945 nach Staßfurt zurück, war Leiter des KPD-UB und Polizeipräsident der Stadt Magdeburg. Im April 1949 seiner Funktion entbunden, da Vorwürfe laut wurden, er habe sich im KZ Neuengamme nicht kameradschaftlich verhalten, was aber nicht zutraf. Anschließend bis 1951 Oberreferent im Strafvollzug des Ministeriums für Justiz Sachsen-Anhalt, später stellvertretender Leiter der Justizhaftanstalt Magdeburg-Sudenburg. Willy Wallstab starb am 15.Dezember 1956 in Bahrendorf.

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