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Wojtkowski, Paul

* 20.12.1892, † 14.4.1960

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 20. Dezember 1892 in Wollstein/ Posen, Sohn eines Schneidermeisters. Da der Vater früh starb, mußte der Zwölfjährige als Laufbursche zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Lehre als Schlosser, dann Wanderschaft. Er trat im September 1913 in die SPD ein, die er nach Kriegsbeginn wieder verließ, 1917 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1926 hauptamtlicher Leiter des UB Essen, später des UB Bochum und des UB Hamm/Westfalen, gehörte er zeitweise auch dem Sekretariat der BL Ruhrgebiet an. Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau, dann Instrukteur des ZK in Oberschlesien. Im Februar 1931 löste er Fritz Selbmann als Polleiter ab und blieb in dieser Funktion bis 1933. Im Mai 1928 war Wojtkowski in Düsseldorf-Ost in den Preußischen Landtag gewählt worden, im April 1932 erneut MdL Preußen. Am 27. April 1933 in »Schutzhaft«, dann wieder Schlosser, 1938 erneut verhaftet, kam er in das KZ Buchenwald. Im April 1945 befreit, im Juli Abteilungsleiter in der KPD-Landesleitung Thüringen. Anfang 1946 vom ZK nach Hamburg geschickt, leitete er bis September 1947 das KPD-Zonenbüro und gehörte der Parteileitung für die britische Zone an. Nach dem II.Parteitag der SED 1947 wieder in der SED-Landesleitung Thüringen. Ab August 1949 1. Vorsitzender des FDGB Thüringen, ab 1953 Vorsitzender des Rates des Kreises Nordhausen, er erhielt 1956 den VVO in Silber. Paul Wojtkowski starb am 14. April 1960 in Nordhausen. Wojtkowskis Lebensgefährtin Luise Sattler (* 13. 6. 1906 - † 21. 4. 2002), Stenotypistin, war seit 1923 in der KJD und der KPD. Sie arbeitete zunächst bei der Union der Hand- und Kopfarbeiter in Bochum, ab 1925 bei der KPD-BL Essen. Seit 1930 in Berlin im Sekretariat der Orgabteilung, ab 1933 für die illegale Landesleitung tätig. Sie emigrierte 1936 in die Niederlande, wo sie mit Paul Bertz zusammenarbeitete. Anfang 1937 ging sie nach Norwegen, heiratete den KPÖ-Funktionär und Kandidaten des EKKI Kurt Dernberger (* 1. 4. 1900 – † ?). Beide wurden im Oktober 1944 in Oslo festgenommen und nach Deutschland ausgewiesen. Sie konnten bis zum Einmarsch der Roten Armee in Berlin untertauchen. Kurt Dernberger ging nach Wien zurück, wurde vom NKWD verhaftet, weil er angeblich als V-Mann für die Gestapo gearbeitet haben soll. Sein Schicksal ist bis heute nicht geklärt.

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