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Dickel, Friedrich

* 9.12.1913, † 23.10.1993
Minister des Innern

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Vohwinkel (b. Wuppertal); Vater Maurer; Volksschule; 1928 – 31 Ausbildung zum Gießer u. Former, anschl. arbeitslos; 1928 KJVD, 1929 – 31 Pol.-Ltr. der Ortsgr. Vohwinkel; 1931 KPD, Org.-Ltr. im Stadtteil; 1932 arbeitslos; RH, RFB; 1933 illeg. pol. Arbeit, März – Juni 1933 »Schutzhaft«; Juli – Dez. 1933 Saargeb., Instrukteur des KJVD in Sulzbach-Dudweiler, drei Mon. Gefängnishaft; 1933 – 35 Frankreich, in Paris drei Mon. Gefängnis wegen illeg. pol. Tätigkeit; Dez. 1935 – Sept. 1936 Niederlande, Org.-Instrukteur in Amsterdam-Nord; ab Okt. 1936 Teiln. am Bürgerkrieg in Spanien, Ltr. der Bat.-Aufklärungsabt., dann Komp.-Führer der 2. u. 4. Komp. im Thälmann-Bat. der XI. Internat. Brigade; April 1937 Kommandierung in die UdSSR; zwei Jahre Spezialausbildung in Moskau; 1939 als Agent der GRU in Finnland, danach Einsatz in Shanghai; Aug. 1942 Verhaftung u. Verurteilung durch ein japan. Militärgericht, Mai 1946 über Wladiwostok Rückkehr nach Moskau.
Dez. 1946 Rückkehr nach Dtl.; Übersiedl. nach Leipzig; Mai 1947 SED; ab 2.5.1947 Angeh. der DVP im Präsidium Leipzig, Mitarb. des Kommissariats K 5, Jan. 1948 – Jan. 1949 Ltr. des Ausländeramts u. dann bis März 1949 Ltr. des Paß- u. Meldewesens; März – Ende Aug. 1949 Kursant an der Höheren Polizeischule in Kochstedt; dann Ltr. der Polizei-Verw. in Leipzig; Okt. 1949 – Okt. 1953 Kdr. der Pol.-Kulturschule der HV Ausbildung der KVP in Torgau (1950 in Berlin-Treptow); 1952 Gen.-Major (KVP); 1953 – 55 stellv. Ltr., 1955/56 Ltr. der Pol. HV der KVP; 1956 Gen.-Major der NVA u. als Ltr. der Pol. Verw. 1956/57 1. Stellv. des Min.; 1956 – 58 Vors. der ASV »Vorwärts«; 1957 Mitgl. des BV des DTSB; 1957 – 59 Kursant der sowj. Gen.-Stabsakad. Privolsk bei Saratow, Ltr. der SED-GO, Dipl.-Militärwissenschaftler, 1959 – 63 Stellv. Min. für Nat. Verteidigung für Techn./ Bewaffn., ab Nov. 1959 ständ. Vertreter der DDR beim Stab der GSSD; 1960 Mitgl. des Vorstands der DSF; Aug. 1961 Mitgl. des Stabs des Nat. Verteidigungsrats der DDR beim Mauerbau in Berlin; Okt. 1963 Gen.-Ltn.; 30.11.1963 Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst; Nov. 1963 – Nov. 1989 Min. des Innern u. Chef der DVP (Nachf. von  Karl Maron); ab 1963 Mitgl. des Nat. Verteidigungsrats; 1963 – 76 Chef der Zivilverteidigung der DDR; 1965 Gen.-Oberst; 1967 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1967 – März 1990 Abg. der Volkskammer; 1970 Medaille der Waffenbrüderschaft; Orden des Vaterländ. Krieges; 1973 Mitgl. der gemeinsamen Kommission des Min.-Rats u. des ZR der FDJ zur Ausarbeitung des Entwurfs des Jugendgesetzes; 1973 u. 1978 Ehrenspange zum VVO; 1973, 1983 u. 1985 KMO; 1975 Orden der Oktoberrev. (UdSSR); 1975 u. 1983 Held der DDR; 1979 Scharnhorst-Orden; 1980 Rotbanner-Orden; 1983 u. 1985 Lenin-Orden; 1984 Armee-Gen.; 1988 Orden der Völkerfreundschaft; am 17.11. 1989 mit der Reg.  Stoph zurückgetreten.

Sek.-Lit.: Herbst, A.: F. D. – GRU-Agent, NVA-General u. Innenminister der DDR. In: Ehlert, H., Wagner, A. (Hrsg.): Genosse General! Die Militärelite der DDR in biogr. Skizzen. Berlin 2003.
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