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Dölling, Rudolf

* 4.11.1902, † 3.8.1975
Chef der Politischen Hauptverwaltung der NVA, Botschafter in der UdSSR

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Roßbach (Krs. Asch, Nordböhmen/ Hranice, Tschechien); Vater Weber; Volks- u. Bürgerschule; 1917 – 23 Hilfs- u. Bergarb. bzw. arbeitslos, Arbeitsstellen in Jena u. Schles.; 1919 Mitgl. des KJV; 1920 Gewerkschaft; 1922 aufgrund pol. Betätigung Ausweisung aus Dtl.; 1922/23 Arbeit in einer Tischlerei in Roßbach; Jan. 1923 KPČ; 1923 vierwöchiger Lehrgang an einer Internat. Parteischule in Jena; 1924 – 39 hauptamtl. Funktionär der KPČ u. des Revol. Textilarbeiterverb.; 1924/25 Sekr. der KPČ-BL in Asch; 1925 – 28 Sekr. der Gebietsltg. der RGI in Asch; 1928/29 Red. u. Sekr. des Vorstands der Textilarb. in Prag; 1929 – 32 Sekr. der Gebietsltg. der Textilarb. in Reichenberg; zw. 1930 u. 1934 einige kurzz. Verhaftungen; 1933 – 39 Sekr. des Zentralvorstands der RGI in Prag; 1935 – 39 Abg. im Parlament; 1937/38 verantwortl. Red. der Ztg. »Die junge Garde«; März 1939 auf ZK-Beschluß Emigr. in die UdSSR; zunächst Mitarb. bei der IRH; 1940/41 Dreher in der 2. Moskauer Uhrenfabrik; März – Dez. 1941 Kursant der KI-Schule in Puschkino (b. Moskau) u. nach deren Evakuierung in Kuschnarenkowo, dann dort Lehrer der tschechoslowak.-sudetendt. Gruppe bis zur Auflösung der Schule im Aug. 1943; Mitgl. der erweiterten KPČ-Ltg. in Moskau; 1943 – Ende 1944 Lehrer an der Antifa-Schule im Kriegsgefangenenlager Nr. 165 in Taliza; Red. u. Sprecher am »Sudetendt. Freiheitssender« in Moskau; Mai 1945 Rückkehr in die ČSR; 1945/46 Mitarb. des ZK der KPČ in Prag, zus. mit Bruno Köhler verantw. für die Umsiedlung sudetendt. Antifaschisten in die SBZ.
Jan. 1946 Umsiedl. nach Dtl.; KPD/SED; 1946 – 49 Mitarb. des PV der SED, 1946 Ref. in der Abt. Schulung, später Werbung u. Presse, dann stellv. Ltr. der Abt. Agit. im ZK; Sept. 1949 Stellv. Ltr. der HV für Ausbildung u. Ltr. der HA Politkultur der HV für Ausbildung; Chefinspekteur, dann Gen.-Inspekteur der DVP; als Ltr. der Pol. Verw. 1952 – 53 Stellv. des MdI bzw. Juni 1952 – 55 des Chefs der KVP; 1954 – 63 MdVK; 1955 – 57 Kursant an der Akad. des Gen.-Stabs der Streitkräfte der UdSSR »Woroschilow« in Moskau, Dr. rer. mil.; 28.11.1957 – 31.7.1959 Stellv. des Min. für Nat. Verteidigung u. Chef der Pol. HV der NVA (Nachf. von  Gottfried Grünberg), Gen.-Major; 1958 Med. Kämpfer gegen den Fasch.; 1958 – 67 Mitgl. des ZK der SED, 1958 – 63 Mitgl. des Außenpol. Aussch. der Volkskammer, 1959 Ausscheiden aus dem aktiven Dienst; Aug. 1959 – Aug. 1965 Botschafter in der UdSSR (Nachf. von  Johannes König), danach Konsultant im Min. für Ausw. Angelegenh., Ltr. einer Arbeitsgr.; 1962 VVO; 1965 Banner der Arbeit; 1967 Pensionierung; 1957 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; NVA-Verdienstmedaille; 1967 KMO; 1972 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.

Publ.: Wie kämpft das illeg. Dtl.? Bericht antifasch. Arbeiter über den rev. Kampf in den fasch. Massenorg. Prag 1936 (Hrsg.); Die KPdSU in der Zeit des Großen Vaterländ. Krieges. Berlin 1955.
Sek.-Lit.: Giese, D.: R. D. – Parteiarbeiter in Uniform. In: Ehlert, H., Wagner, A. (Hrsg.): Genosse General! Die Militärelite der DDR in biogr. Skizzen. Berlin 2003; Hohnwald, W.: Zeuge u. Mitgestalter der neuen Zeit. R. D. In: BzG (1988) 2.
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