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Drescher, Fritz

* 30.3.1904, † 6.9.1982
Opfer der Kampagne gegen »Sozialdemokratismus«

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Dresden, aufgew. in Halle; Vater Metallarb.; Volks- u. Handelsschule; Ausbildung zum Kfm.; 1918 Soz. Jugend, 1921 SPD; Volontariat bei versch. sozialdemokrat. Ztg.; Journalist; Mitarb. der Ortskrankenkasse in Bitterfeld; nach 1933 arbeitslos; wegen illeg. pol. Tätigkeit in versch. Gruppen zweimal verhaftet, 1937 wegen »Vorber. zum Hochverrat« Verurteilung zu vier Jahren Zuchthaus.
1945 Mitbegr. der SPD Weißenfels; 1946 SED; Vizepräs. der Bez.-Reg.; Ltr. des Wirtschaftsdezernats, zuständig für die gesamte auf Braunkohle basierende Großindustrie der Region; 1947 zur Landesreg. Sachsen-Anh. nach Halle versetzt; Ministerialdir. im Min. für Land- u. Forstw.; Mitgl. des SED-BV Halle; nach losen Kontakten zum Ostbüro der SPD im Sept. 1948 verhaftet u. vom Sowj. Militärtribunal wegen angebl. »Wirtschaftssabotage« sowie »Führung einer sozialdemokrat. Untergrundbew.« zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, Haft im Zuchthaus Bautzen, ab 1950 im Straflager Workuta in der UdSSR, 1955 nach schwerer Erkrankung entlassen; nach Rückkehr in die DDR Flucht in die Bundesrep. Dtl.; Verw.-Dir. im Wirtschaftswiss. Inst. des DGB in Düsseldorf; gest. in Bad Münder.

Sek.-Lit.: Bouvier, B.: Ausgeschaltet! Sozialdemokraten in der Sowj. Besatzungszone u. in der DDR 1945 – 1953. Bonn 1996.
BeB

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