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Ardenne, Baron Manfred von

* 20.1.1907, † 26.5.1997
Physiker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Hamburg; Vater Offz.; 1913 – 23 Friedrich-Realgymnasium in Berlin; 1923 erstes Patent; 1923 – 25 Ausbildung in einer feinmechan. Werkstatt; 1925/26 Studium der Physik, Chemie u. Mathematik an der Univ. Berlin; 1926 – 28 Mitarb. der Fa. Loewe-Radio in Berlin; 1928 – 45 Aufbau u. Ltg. eines priv. Forschungsinst. für Elektronenphysik in Berlin-Lichterfelde, Arbeiten zu Rundfunk- u. Fernsehtechnik, dann zur Elektronen- u. Ionenphysik; 1943 – 45 Lehrbeauftr. für Physik an der Univ. Berlin; Jan. 1945 Berufung in den Reichsforschungsrat.
Mai 1945 – März 1955 Physiker in der UdSSR (im Rahmen des von Lawrenti Berija geleiteten sowj. Atombombenprojekts), Ltr. eines Forschungsinst. in Sinop (b. Suchumi); 1947 Staatspreis der UdSSR; 1953 Stalin-Preis der UdSSR; 1955 – 90 Gründer u. Dir. eines eigenen Forschungsinst. in Dresden; ab 1955 Mitgl. der Sektion Physik der DAW, des Wiss. Rats für die friedl. Anwendung der Atomenergie u. der Physikal. Ges. der DDR; 1956 nebenamtl. Prof. für elektrotechn. Sonderprobleme der Kerntechnik an der TH/TU Dresden; ab 1957 Mitgl., 1979 Ehrenmitgl. des Forschungsrats der DDR; 1958 NP; 1958 Dr. rer. nat. h. c. der EMAU Greifswald; Mitgl. des Friedensrats u. 1959 der Internat. Astronaut. Akad. Paris, 1961 Vors. der Ges. für med. Elektronik bzw. biomed. Technik, ab 1963 Mitgl. des Präsidialrats des KB u. Abg. der Volkskammer, KB-Fraktion; 1965 NP (im Koll.); 1978 Dr. med. h. c.; 1982 Dr. paed. h. c.; Dr. h. c. mult.; 1989 Ehrenbürger der Stadt Dresden.
Ab 1991 Geschäftsf. der Von Ardenne Inst. für Angewandte Med. Forschung GmbH; gest. in Dresden.
Forschungen auf den Gebieten Rundfunk- u. Fernsehtechnik, Elektronen- u. Ionenphysik, biomed. Techniken; erstmalige Realisierung des elektron. Fernsehens, Erfindung u. Entw. von: Elektronenrastermikroskop, Verfahren zur magnet. Isotopentrennung, Elektronenstrahl-Mehrkammerofen, Plasmafeinstrahlbrenner, Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, Krebs-Mehrschritt-Therapie bis zum klin. Einsatz; zahlr. Veröff. u. Patente im In- u. Ausland.

Publ.: Ein glückl. Leben für Technik u. Forschung. Berlin 1972; Sechzig Jahre für Forschung u. Fortschritt. Berlin 1987; Die Erinnerungen. München 1990; Erinnerungen fortgeschrieben. Ein Forscherleben im Jh. des Wandels der Wissenschaften u. der pol. Systeme. Düsseldorf 1997; Ich bin ihnen begegnet. Düsseldorf 1997.
Sek.-Lit.: Herneck, F.: M. v. A. 1972; Eberle, H.: Contra »deformiertes Regierungssystem«. Zum gescheiterten Reformvorschlag M. v. A.s aus dem Jahr 1985. In: Hallische Beiträge zur Zeitgeschichte (1998) 4, S. 90 – 142; Heiner Gerke: Theorie u. Praxis der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie. Bremen 2000; Ciesla, B., Hoffmann, D. (Hrsg.): Physik im Nachkriegsdeutschland. Frankfurt (Main) 2003; Barkleit, G.: Arrangement mit der Macht – der Erfinder, Wissenschaftler u. Unternehmer M. v. A. In: Timmermann, H.: Agenda DDR-Forschung. Münster 2005; Barkleit, G.: M. v. A. Selbstverwirklichung im Jahrhundert der Diktaturen. Berlin 2006.
PeN; BRB

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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