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Eberhard, Rudolf

* 10.7.1891, † 12.7.1965
Oberbürgermeister von Magdeburg, Opfer der Kampagne gegen »Sozialdemokratismus«

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Magdeburg-Buckau; Vater Gelbgießer; Volksschule in Buckau; Bürgerschule in Magdeburg; Ausbildung zum Kfm. in Elberfeld, anschl. im Beruf tätig; 1912 u. 1914 – 18 Militärdienst; ab Juni 1919 Industriekfm. bei den Junkers-Werken Dessau in ltd. Position; SPD u. Gewerkschaft; 1920 hauptamtl. Vors. der BL des Zentralverb. der Angest. in Anhalt; Ltr. des Bez.-Kartells des Allg. Freien Angest.-Bundes; beeinflußt vom Baugenossenschaftler Heinrich Peus leistete E. als Geschäftsf. des Anhaltin. Siedlerverb. e. V. bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet der Wohnungsbaupol. (Siedlungen in Dessau, Zerbst, Köthen u. Bernburg); Mai 1933 Entlassung nach Auflösung der Geschäftsstelle des Zentralverb. der Angest.; kurzz. »Schutzhaft«; Inhaber einer orthopäd. Praxis in Dessau.
Juni 1945 Mitbegr. der SPD Dessau; 10.9. 1945 OB in Bernburg; ab 28.1.1946 OB in Magdeburg; 2.7.1950 während der Kampagne gegen den »Sozialdemokratismus« verhaftet u. am 17./18.1.1952 von der II. Strafkammer des Landesgerichts Magdeburg (Vorsitz Hilde Benjamin, Ankläger  Ernst Melsheimer) zu fünf Jahren Zuchthaus unter Einziehung des Vermögens verurteilt (mitangeklagt Stadträte Georg Dietrich und Ernst Kloß); 1955 aus der Haft entlassen; 1958 Flucht in die Bundesrep. Dtl.; an den Haftfolgen gest. in Wiesbaden.
3.11.1993 vom LG Magdeburg rehabil.

Publ.: Rechenschaftsbericht der Stadtverwaltung über die im ersten Jahr nach dem Hitlerkrieg geleistete Arbeit. Magdeburg 1946.
Sek.-Lit.: Meyer-Eberhard, G.: Ein sozialdemokrat. Oberbürgermeister in der Diktatur. Magdeburg 2000.
BeB; HME

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