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Edel, Peter (eigtl.: Peter Hirschweh)

* 12.07.1921, † 07.05.1983
Schriftsteller, Grafiker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin in einer dt.-jüd. Fam.; Vater Kfm. (im KZ Auschwitz ermordet), Mutter Schneiderin; 1926 – 31 Volksschule; 1935 – 38 Prinz-Heinrich-Gymnasium in Berlin-Schöneberg, abgebrochen wegen der nat.-soz. Rassegesetze; 1938 – 40 Ausbildung als Maler u. Grafiker an der Grafischen FS (Privatschule Hausdorf), bei Otto Arpke in den Werkkunst-Lehrateliers u. illeg. u. a. bei Julie Wolfthorn u. Käthe Kollwitz; März 1941 – Jan. 1943 Zwangsarbeit bei Siemens & Halske; Febr. 1943 »Schutzhaft« wegen »artfremder Kunstbetätigung«; Gefängnis, KZ-Arbeitslager Großbeeren, dann Haft in den KZ Auschwitz, Sachsenhausen (im Fälscherkommando für brit. Pfundnoten), Mauthausen u. in dessen Nebenlager Ebensee, Mai 1945 Befreiung durch die US-Armee; im KZ entstanden zahlr. Zeichnungen, die in der Mahn- u. Gedenkstätte Sachsenhausen u. in den Städt. Sammlungen Wien aufbewahrt werden.
Ab Mai 1945 Maler, Buchillustrator, Publizist u. Schriftst. in Bad Ischl (Österreich), dort zunächst Bühnenbildner am Stadttheater u. als Mitarb. des KPÖ-Zentralorgans »Neue Zeit« in Linz; 1947 Publ. seines ersten Romans »Schwestern der Nacht«; Anf. 1947 Rückkehr nach Berlin (West), ab 1949 in Berlin (Ost); 1947 – 51 ständ. Mitarb. der »Weltbühne«; 1951 – 64 ständ. Mitarb. u. Kulturred. der »BZ am Abend«, vor allem als Kunst-, Theater- u. Filmkritiker; März 1956 SED; 1958 Med. Kämpfer gegen den Fasch.; 1961 Heinrich-Heine-Preis (für seine journalist. u. essayist. Arbeiten); 1964 Johannes-R.-Becher-Med.; seit 1964 freischaff. Schriftst. u. Publizist, Kritiker; Mitgl. des Präs. des Friedensrats u. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; bekannt wurde bes. sein Roman »Die Bilder des Zeugen Schattmann« (Berlin 1969, 1970 NP, 1972 auch verfilmt), eine liter. Verarbeitung des Holocaust u. des Antifa., ausgehend vom Globke-Prozeß vor dem Obersten Gericht der DDR; 1969 VVO; 1972 PEN-Zentrum DDR; ab 1974 als KP, ab 1978 als IMS »Thomas« des MfS erf.; 1978 Mitgl. des Vorst. des DSV; 1979 KMO; 1981 Held der Arbeit; 1982 Mitgl. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; gest. in Berlin.

Publ.: Bildband Sachsenhausen 1961 (Mitarb.); Wenn es ans Leben geht. Meine Geschichte. Autobiogr., 2 Bde. Berlin 1979; Mitarbeit an zahlr. Dokumentationen u. pol. Broschüren.
Sek.-Lit.: Walther, J.: Sicherungsbereich Lit. Schriftst. u. Staatssicherheit in der DDR. Berlin 1996; Kunstreich, T.: Nr. 164145, ein Stalinist. In: Bahamas (1998) 25.
KaH; BRB

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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