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Eggerath, Werner

* 16.3.1900, † 16.6.1977
Ministerpräsident von Thüringen

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Elberfeld; Vater Stukkateur; Volksschule; danach Schlosser, Bauarb., Hafenarb., Heizer u. Bergmann; Sept. 1918 – März 1919 Soldat; 1919 gewerkschaftl. org.; 1920 Rote Ruhrarmee, nach Limburg geflüchtet; 1923 in Gangelt; 1924 KPD, Funktionen auf regionaler Ebene; 1929 Stadtverordn. in Neuß a. Rhein; 1932 UB-Ltr. in Wuppertal; Okt. 1932 – 34 Lenin-Schule in Moskau; März – Sept. 1934 Mitgl. des Sekr. der illeg. Reichsltg. der RGO; dann Mitgl. der KPD-LL in Dtl., verantw. für die Bez. Ruhrgeb., Niederrhein, Mittelrhein, Südwestdtl., für die gewerkschaftl. Arbeit in Berlin, für Lit.-Vertrieb u. Kaderangelegenheiten; 21.1.1935 verhaftet, Gefängnis Prinz-Albrecht-Str. u. Columbiahaus, U-Haft in Berlin-Moabit; April 1936 vom I. Senat des VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt; Zuchthaus Münster, Strafanstalt Bochum.
Juni 1945 in Eisleben; Juli 1945 Landrat des Mansfelder Seekrs.; Okt. 1945 1. Sekr. der KPD-BL Thür.; ab 1946 Abg. des Thür. Landtags; 1946/47 SED-Landesvors.; Mai – Okt 1947 Innenmin. (Nachf. von  Ernst Busse); 1947 – 52 Min.-Präs. des Landes Thür. (Nachf. von  Rudolf Paul); 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats, 1949 – 54 Abg. der (Prov.) Volkskammer; 1952 – 54 Staatssekr. beim Min.-Präs. der DDR u. Ltr. der Koordinierungs- u. Kontrollstelle für die örtl. Organe (Nachf. von Herbert Stampfer); 1954 – 57 Botschafter in Rumänien (Nachf. von  Georg Handke); ab 1957 Mitgl. des Friedensrats u. dessen Präs.; Mitgl. der Liga für Völkerfreundschaft; 1957 – 60 Staatssekr. für Kirchenfragen (Nachf. von  Otto Nuschke), Rücktritt aus gesundheitl. Gründen; 1960 NP; seit 1961 freischaff. Schriftst. in Berlin; 1962/63 Parteisekr. im Bez.-Verb. des DSV; 1965 VVO; seit April 1966 Ehrensenator an der Univ. Jena.

Publ.: Nur ein Mensch. Weimar 1947; Kosakengeneral. Berlin 1963; Quo vadis, Germania? Berlin 1965; Die fröhliche Beichte. Berlin 1975.
ElR; HME

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 16. März 1900 in Elberfeld, Sohn eines Stuckateurs; Schlosser, Bauarbeiter, Hafenarbeiter. Noch im September 1918 Einberufung zum Militär, zunächst Angehöriger eines Pionierbataillons, zuletzt beim Grenzschutz Ober-Ost (Freikorps Baltikumer). Im März 1919 aus dem Heer entlassen, war er bis 1927 Bergarbeiter in Heerlen/Niederlande. Seit 1924 KPD-Mitglied, ab 1929 Stadtverordneter in Neuß am Rhein, 1932 Sekretär des KPD-UB Wuppertal. Eggerath besuchte 1932 die Leninschule in Moskau. Ende 1933 Rückkehr zur illegalen Arbeit nach Deutschland, bis Juni 1934 gehörte er der RGO-Reichsleitung an und war zeitweise auch Mitglied der illegalen KPD-Landesleitung. Bis zur Verhaftung am 21. Januar 1935 war er ZK-Instrukteur für das Rhein-Ruhr-Gebiet. Am 24. April 1936 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, inhaftiert im Zuchthaus Münster, zuletzt Angehöriger eines Sprengkommandos im Zentralgefängnis Bochum. 1945 wurde Eggerath Chefredakteur der »Eislebener Zeitung« bzw. Landrat des Mansfelder Seekreises, im Oktober 1945 1.Sekretär der KPD-BL Thüringen. 1946/47 Vorsitzender der SED Thüringen und bis 1952 Mitglied des Sekretariats dieses Landesvorstandes. Im Oktober 1946 in den Thüringer Landtag gewählt, folgte Eggerath 1947 Hugo Paul als Ministerpräsident des Landes Thüringen. 1952 Staatssekretär und Leiter der Koordinierungs- und Kontrollstelle für die örtlichen Organe der DDR, 1954 Botschafter in Rumänien, von 1957 bis 1960 Staatssekretär für Kirchenfragen. Ab 1961 Schriftsteller, veröffentlichte 1975 unter dem Titel: »Die fröhliche Beichte« seine Lebenserinnerungen. Werner Eggerath starb am 16.Juni 1977 in Ost-Berlin.

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