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Ende, Lex (eigtl.: Adolf Ende)

* 6.4.1899, † 15.1.1951
Journalist, Chefredakteur des »Neuen Deutschland«

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Bad Kissingen; Vater Kunsthändler; Volksschule, Gymnasium; 1915 religiert; 1917 Militärdienst; 1918 Teiln. an der Novemberrev. in Koblenz; Mitgl. des Soldatenrats; 1918 Mitgl. der USPD in Hannover; bis Juni 1919 Volontär der USPD-Ztg. »Volkswacht« in Hannover; gründete mit  Walter Bartel die »Ruhrwarte« Gelsenkirchen; daneben Red. bei der »Bergarbeiter-Union«; 1919 Mitgl. der KPD; während der »März-Aktion« 1920 Deckn. »Lex«, den er auch offiz. annahm; 1920 kurzz. Red. der »Roten Fahne« (Berlin); 1920 – 22 stellv., 1925 – 28 Chefred. des »Ruhrecho« (Essen); 1922 Red. des »Kommunist« (Frankfurt (Main)); 1923 Red. der »Niedersächs. Arbeiterztg.« (Hannover); Aug. 1923 als Obersekr. der KPD-Bez. Bremen, Wasserkante, Hannover; Vorber. u. Mitgl. der Ltg. des »Oktoberaufstandes«; deshalb Jan. 1924 in Bremen verhaftet, zu vier Mon. Gefängnis verurteilt; anschl. kurzz. Red. der Ztg. »Soz. Rep.« (Köln); 1924 beim »Volksblatt« (Gotha); 1925 – 28 Mitgl. der KPD-BL Ruhrgeb.; ab Jan. 1928 deren Pol.-Ltr.; Dez. 1928 Funktionsenthebung als sog. Versöhnler, weil er die RGO-Politik der KPD-Führung ablehnte; Anf. 1929 Bruch mit der »Versöhnler-Gruppe«; Mai 1928 – Sept. 1930 Abg. des Dt. Reichstags; zeitw. stellv. Chefred. »Rote Fahne« (Berlin); 1930 Gründung der Ztg. »Rote Post«; 1932/33 deren Chefred.; 1933 illeg. pol. Arbeit in Berlin u. Hrsg. illeg. Ztgn.; ab Herbst zum illeg. Freidenkerverb.; Dez. 1933 Emigr. nach Paris; dort Gründung des »Inst. zum Studium des Fasch.«, wurde jedoch von Willi Münzenberg sabotiert; 1933/34 Red. der »Dt. Volksztg.« (Saarbrücken); 1934 wieder nach Frankreich; 1935 Einleitung eines Strafverfahrens durch die Reichsanwaltschaft beim VGH; 1936 Chefred. der »Dt. Volksztg.«; 1936 in Prag, 1937 in Paris; Mitgl. der
KPD-Emigr.-Ltg. in Frankreich, Mitarb. von  Franz Dahlem,  Paul Merker,  Paul Bertz; Mitgl. des SDS u. der FKP; Okt. 1939 Internierung in Collombe u. Marolle, hier mit  Walter Beling u.  Bruno Haid »Kampf gegen Trotzkisten«; später im Lager Le Vernet; Juni 1940 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; Juli 1940 Flucht; Aug. 1940 – Okt. 1945 illeg. in Marseille (»Philippe Gautier«); Mitgl. der Toulouser KPD-Ltg. u. deren Beauftragter für Auswanderungsangelegenh. (»Stützpunktltr. in Marseille«); hier auch sporad. Kontakte zum Ltr. des Unitarian Service Committee Noel H. Field; Mitgl. der Union des Émigrés Allemands Anti-Nazis; Mitarb. der Ztschr. »Freies Dtl.«, Mexiko (Ps. Alexander Boeheim); anschl. illeg. tätig in der Résistance in Südfrankreich; Teiln. an den Kämpfen zur Befreiung von Marseille; 1944 Red., dann stellv. Chefred. der KPF-Ztg. »La Marseillaise«.
Sept. 1945 illeg. nach Baden-Baden; Okt. 1945 illeg. Rückkehr nach Berlin; 1945/46 Red.-Sekr. des »Freien Bauern«; 1946 zunächst stellv., 1946 – Mai 1949 zus. mit  Max Nierich Chefred. des »Neuen Dtl.« (Nachf. von  Sepp Schwab); Chefred. der satir. Ztschr. »Frischer Wind«; nach Eklat mit  Walter Ulbricht übernahm er im Herbst 1949 die Gründung u. Ltg. der »Friedenspost« (Organ der DSF); war im Kontext der Field-Affäre ab Juni 1950 umfgr. Untersuchungen u. Befragungen durch die ZPKK bzw. die ZK-Sonderkommission ausgesetzt, die im Juli 1950 entschied, daß er wegen Konspirationsverletzung »nicht mit vertraulichen Parteiaufträgen betraut werden darf«; 24.8.1950 Ausschl. aus der Partei durch ZK-Beschluß zur Noel-H.-Field-Affäre; Versetzung nach Freiberg (Sachsen); Buchhalter im VEB Buntmetall Hüttenwerk Muldenhütten; in Hilbersdorf (Krs. Freiberg) einem Herzschlag erlegen; 29.11.1989 durch ZPKK der SED rehabil.

Sek.-Lit.: Lewis, F.: Bauer im Roten Spiel. Das Leben des Noel H. Field. Berlin, Frankfurt (Main), Wien 1965; Schaul, D.: Résistance. Berlin 1973; Kießling, W.: Partner im »Narrenparadies«. Berlin 1994; Müller-Enbergs, H.: Erst Chefredakteur, dann »Unpersonen«: L. E. (1899 – 51) u. Rudolf Herrnstadt (1903 – 66). In: JHK. Berlin 1996; Becker, K. J., Roser, A.: Das Parteiverfahren gegen L. E. im Sommer 1945 in Paris. In: JHK. Berlin 1997.
KaH; BRB

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