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Engelberg, Ernst

* 5.4.1909, † 18.12.2010
Präsident der Historiker-Gesellschaft

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Haslach (Baden); Vater Buchdrucker u. Hrsg. der Ztg. »Schwarzwälder Volksstimme«; Oberrealschule in Offenburg; 1927 – 34 Studium der Geschichte, Nationalökon., Philos. u. Rechtswiss. in Freiburg i. Br., München u. Berlin; 1928 KJVD, 1930 KPD; 1934 Prom. mit einer Arbeit über die dt. Sozialdemokratie u. die Sozialpol. Bismarcks; Febr. 1934 Verhaftung u. Verurteilung zu 18 Mon. Zuchthaus wg. »Vorbereitung zum Hochverrat«, Haft im Zuchthaus Luckau; 1936 Emigr. in die Schweiz; bis 1939 in Genf Stipendiat am Inst. universitaire de hautes études internationales u. Mitgl. des Inst. für Sozialforschung Mitgl. der illeg. KPD-Gr. Genf; 1940 Emigr. in die Türkei; 1941 – 47 Lektor an der Univ. Istanbul.
Febr. 1948 Rückkehr nach Dtl.; 1948/49 Doz. an der PH Potsdam; 1949 Prof. an der Univ. Leipzig; 1951 – 60 Dir. des dortigen Inst. für Geschichte des dt. Volkes; 1958 – 65 erster Präsident der Dt. Historikerges. der DDR; 1960 – 69 Dir. des Inst. für Geschichte der DAW (Nachf. von  Karl Obermann); 1960 – 80 Präs. des DDR-Nationalkomitees der Historiker; 1961 Ord. Mitgl. der DAW; 1964 – 69 Ltr. der Sekt. Geschichte bei der DAW (Vorläuferin des Rats für Geschichtswiss.); 1966 Ehrenmitgl. der brit. Historical Association; 1969 – 74 Ltr. der Forschungsstelle für Methodologie u. Geschichte der Geschichtswiss. am ZI für Geschichte der AdW; 1974 em.; 1969 Dr. h. c. der KMU Leipzig; 1974 VVO; 1979 KMO; 1964 u. 1984 NP; 1989 Ehrentitel »Hervorragender Wiss. des Volkes«; PDS.
Seit 1990 Mitgl. des Ältestenrats der PDS, Mitgl. des Marxist. Forums bei der PDS, Mitgl. der Leibniz-Sozietät.
E. gilt als einer der wiss.-pol. einflußreichsten Hist. der DDR; in seiner Forschungstätigkeit widmete er sich insbes. der dt. Geschichte des 19. Jh., der Militärgeschichte u. der Theorie der Geschichtswiss., wobei er diesen Forschungszweig in der DDR mitbegr. u. institutionalisierte; seine theoret. u. methodolog. Arbeiten sind der marxist.-leninist. Geschichtsauffassung verbunden; internat. bekannt geworden ist E. v. a. durch seine zweibändige Bismarck-Biogr. (Berlin 1985 – 90), die einer tradit. Geschichtsschreibung verpflichtet ist. Gest. in Berlin.

Publ.: Dtl. 1848 – 71. Berlin 1959; Dtl. 1871 – 98. Berlin 1965; Formationstheorie u. Geschichte. (Hrsg. mit W. Küttler). Berlin 1978; Theorie, Empirie u. Methode in der Geschichtswiss. Berlin 1980; Die Deutschen – woher kommen sie. Hrsg. von A. Engelberg. Berlin 2009.
Sek.-Lit.: Küttler, W. (Hrsg.): Das lange 19. Jahrhundert. Strukturen – Ideen – Umwälzungen. Fs. zum 90. Geb. von E. E. Berlin 1999; Bibl. In: Evolution u. Rev. in der Weltgeschichte. Berlin 1976, Bd. 2 (1934 – 74); Kessler, M.: Exilerfahrung in Wiss. u. Politik. Köln u. a. 2001; Kessler, M.: Deutsche Historiker im Exil (1933 – 1945). Ausgewählte Studien. Berlin 2005; Engelberg, A.: Wer verloren hat, kämpfe. Berlin 2007.
ISK

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