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Fechner, Max

* 27.7.1892, † 13.9.1973
Minister für Justiz

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Rixdorf (b. Berlin); Vater Maurer; Volksschule; Ausbildung zum Werkzeugmacher; 1908 SAJ; 1910 DMV; 1910 SPD; 1911 – 14 u. 1917 – 19 Werkzeugmacher in Berlin; 1914 – 17 Kriegsdienst, verwundet; 1917 – 22 USPD, 1920 – 22 Mitarb. in deren ZK; 1921 – 25 Bez.-Verordneter in Berlin-Neukölln; ab 1922 wieder SPD, Mitarb. im PV u. 1924 – 33 Ltr. seiner kommunalpol. Zentralstelle u. verantw. Red. der kommunalpol. Ztg. »Die Gemeinde«; 1924 – 33 Abg. des Preuß. Landtags; 1933 Mitgl. des illeg. Aussch. der SPD; Mitarb. in der Widerstandsgr. um Franz Künstler; ab 1934 im KZ Oranienburg, Juli – Aug. 1944 im KZ Sachsenhausen inhaftiert.
Juni 1945 Vors. des ZA der SPD (mit  E. Gniffke u.  O. Grotewohl); April 1946 – Juli 1953 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED u. bis Jan. 1949 stellv. Vors. u. Mitgl. des ZS des PV; 1946 – 48 Abg. der Stadtverordnetenvers. von Groß-Berlin; 1948/49 Mitgl. des Präs.
des Dt. Volksrats; 1949/50 Abg. der (Prov.) Volkskammer; ab Okt. 1948 Präs. der Dt. ZV für Justiz (Nachf. von  Eugen Schiffer); 1949 – 53 Präs. der Vereinigung demokrat. Juristen; Okt. 1949 – Juli 1953 Min. für Justiz; nach dem Aufstand vom 17.6.1953 sprach sich M. F. am 30.6.1953 in einem Interview des »Neuen Dtl.« gegen die Strafverfolgung streikender Arbeiter aus; daraufhin als angebl. »Feind des Staates u. der Partei« seines Amtes enthoben, aus der SED ausgeschl., 15.7.1953 verhaftet, bis Okt. 1955 in der zentr. U-Haftanstalt des MfS in Berlin-Hohenschönhausen, am 24.5.1955 durch den 1. Strafsenat des OG wegen »Verbrechens gegen Artikel 6 der Verfassung der DDR in Verbindung mit der Kontrollsratsdirektive 38« zu acht Jahren Zuchthaus abgeurteilt; 24.4.1956 Entlassung, 26.4. 1956 amnestiert; Juni 1958 Wiederherstellung der Parteimitgliedschaft u. Anerkennung als VdN; 1967 VVO; 1972 KMO; gest. in Schöneiche (b. Berlin).

Publ.: Wie konnte es geschehen? Berlin 1945; Wesen u. Aufgaben der neuen demokrat. Selbstverw. Berlin 1948.
Sek.-Lit.: Amos, H.: Kommunist. Personalpol. in der Justizverw. In: Bender, G.: Recht im Sozialismus. Frankfurt (Main) 1999; Loeding, M.: Der Handlungsspielraum des Zentralaussch. der SPD. Hannover 2002; Beckert, R.: Lieber Genosse Max. Aufstieg u. Fall des ersten Justizministers der DDR M. F. Berlin 2003.
AnH; HME

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