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Fink, Heinrich

* 31.3.1935
Evangelischer Theologe, Rektor der Humboldt-Universität zu Berlin

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Korntal (Bessarabien, Rumänien); Eltern dt. pietist. Bauern; 1940 Aussiedl. infolge des Hitler-Stalin-Pakts, nach zwei Jahren in versch. Lagern Ansiedl. in Posen.
1945 Flucht der Familie u. Ansiedl. in Glienecke (b. Ziesar); bis 1954 Schule in Glienecke, Brandenb. u. Genthin; Junge Gemeinde; 1954 Abitur; anschl. bis 1960 Studium der Theol. an der HU Berlin, Besuch von Lehrveranstaltungen auch an den Univ. in Berlin (West); 1958/59 Unterbrechung des Studiums u. Tätigkeit als Reisesekr. der ESG; ab 1958 Mitarb. im »Weißenseer Arbeitskrs.«; 1960/61 Vikar in Halle; anschl. Assistent an der HU Berlin; ab 1961 Mitarb. in der CFK, später in führender Stellung; seitdem mehrere Dienst- u. Vortragsreisen ins westl. Ausland; 1966 Prom. mit einer Diss. über Schleiermacher; 1968 – 89 vom MfS als IM »Heiner« erf.; 1970 Doz. für Prakt. Theol. u. bis 1976 stellv. Dir. der Sekt. Theol. der HU Berlin; 1978 Habil. mit einer Arbeit über Karl Barth u. das NKFD in der Schweiz; 1979 ord. Prof. für Prakt. Theol.; 1980 – 90 Dir. der Sekt. Theol.; 1978 – 90 Mitgl. der Synode der Ev. Kirche Berlin-Brandenb., Mitarb. in den Aussch. für Friedensfragen u. Theol.; 8.10.1989 beim Überfall von Polizei u. MfS auf die Demonstranten vor der Berliner Gethsemane-Kirche verletzt, ab Nov. 1989 Mitarb. in der diesbezügl. U-Kommission der Berliner Stadtverordnetenvers.; Dez. 1989 Ltr. des Runden Tisches der Univ.; März 1990 Wahl zum Rektor der HU Berlin; Gründungsmitgl. der Ges. DDR – Israel.
Anf. 1992 durch den Berliner Senator für Wiss. wg. IM-Tätigkeit für das MfS (die von F. bestritten wird) als Prof. der HU Berlin entlassen (1993 gerichtl. Bestätigung der Entlassung); 1992 Mitbegr. der »Komitees für Gerechtigkeit«; Mitgl. der Martin-Niemöller-Stiftung u. der Kulturpol. Ges.; Vors. des Bundes der Antifaschisten in den neuen Bundesländern; 1998 – 2002 Abg. des Dt. Bundestags auf der PDS-Liste, kultur- u. medienpol. Sprecher der PDS-Franktion.
F. galt in der DDR als konformer u. staatsloyaler Theologe.

Publ.: Dietrich Bonhoeffer – Gefährdetes Erbe (Hrsg.). Berlin 1987; »Sich der Verantwortung stellen«. Berlin 1992 (Interviewbd., Hrsg. B. Maleck).
Sek.-Lit.: Herzberg, G., Meier, K.: Karrieremuster. Berlin 1992; Karau, G.: Die »Affäre Heinrich Fink«. Berlin 1992; Vollrath, S.: Zwischen Selbstbehauptung u. Intervention. Der Umbau der Humboldt-Univ. 1989 – 1996. Berlin 2008.
JaW

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