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Fisch, Walter

* 16.2.1910, † 21.12.1966
KPD-Funktionär, Mitglied des Parteivorstandes der SED

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Heidelberg; Vater Zigarrenfabrikant; Volksschule u. Gymnasium, relegiert, 1928 Abitur; 1925 Mitgl. der Wandervogelbew., Anhänger des anarch. »Schwarzen Haufens«; 1927 Mitgl. der RHD; 1928 Schlepper auf einer Zeche bei Hamm (Westf.) u. in Dortmund; Mitgl. des KJVD u. des Bergarbeiterverb.; ab 1928 Gelegenheitsarb. in Berlin; 1929 Pol.-Ltr. des KJVD Berlin-Mitte-Arkonaplatz; 1929 – 30 Gasthörer an der Kaiser-Wilhelm-Univ. Berlin; 1930 KPD; 1930 Org.-Ltr. der KJVD-BL Frankfurt (Main); Pol.-Sekr. des KJVD-Bez. Hessen-Frankfurt; bis 1933 Mitgl. der KPD-BL u. deren Sekr. Hessen-Frankfurt; 1933 verhaftet, U-Haft, freigesprochen; 1933 in Zürich; bis 1935 RHD-Abschnittsltr. für Süddtl.; 1935 in die ČSR; Mitgl. des ZS der RH in Prag; dort Anf. 1939 an der Evakuierung von KPD-Mitgl. nach London beteiligt (»Jiří Švarc«, »Georg Schwarz«); April 1939 verhaftet, vier Mon. U-Haft in Ungarisch-Hradisch; Emigr. in die Schweiz, dort interniert; 1944 Mitgl. der prov. Ltg. der BFD, verantw. für die Arbeit unter den dt. Militärinternierten u. -flüchtlingen; Mitgl. der Red.-Kommission der Ztschr. »Über die Grenzen«.
Mai 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945 Vors. der KPD-LL Hessen; 1945 Mitgl. des Frankfurter Bürgerrats, des hess. Beratenden Landesaussch., der Verfassunggebenden Landesvers. u. des Parl. Rates beim Länderrat der US-Zone; 1946 Sanatoriumsaufenthalt in Bad Liebenstein; 1946 – 49 Mitgl. des PV der SED; 1947 Abg. des Landtags Hessen; 1948 Mitgl. des KPD-PV u. seines Sekr., einer der stellv. Parteivors., verantw. für Org.-Pol., dann Agit.-Prop. sowie für Staats-, Landes- u. Gemeindepol.; 1949 – 53 Abg. des Dt. Bundestags, Mitgl. des KPD-Fraktionsvorst.; 1950 aus dem KPD-Sekr. ausgeschieden; Mai 1954 wegen »Staatsgefährdung u. hochverräter. Handlungen« verhaftet, Juni 1954 Haftbefehl ausgesetzt; 1954 – 56 in der DDR, 1956 Vertr. des KPD-PV; 1956 – 58 illeg. in Wuppertal (»Walter Reeb«) verhaftet u. wegen »Vorber. eines hochverräter. Unternehmens« zu drei Jahren Haft verurteilt, Mai 1959 begnadigt; 1959 – 66 kfm. Angest. u. freier Journalist; gest. in Frankfurt (Main).

Publ.: (Hrsg.) Vier Jahre Bundestag. Handbuch der Bundestagsfraktion der KPD. Oppau 1953; Zum Programm der nat. Wiedervereinigung Dtl.s Düsseldorf 1955.
Sek.-Lit.: Teubner, H.: Exilland Schweiz. Dok. Bericht über den Kampf emigrierter dt. Kommunisten 1933 – 1945. Berlin 1975; Wichers, H.: Im Kampf gegen Hitler. Zürich 1994.
BRB

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 16. Februar 1910 in Heidelberg; bis 1931 Studium der Betriebswirtschaft in Frankfurt/M., seit 1928 KJVD-Funktionär. 1932 Mitglied des Landessekretariats der KPD Hessen. 1933 verhaftet, flüchtete Fisch nach der Freilassung in die Schweiz und war dort für die KPD bis 1935 erster Emigrationsleiter. 1935 ausgewiesen, in Prag für die Rote Hilfe tätig. Er ging 1938 illegal in die Schweiz zurück und wurde wieder Mitglied der Emigrationsleitung. 1939 interniert, kam 1944 frei und war an den Landeskonferenzen der KPD-Gruppen der Schweiz im Januar und März 1945 in Zürich beteiligt. Im Mai 1945 Rückkehr nach Hessen, wurde Fisch Landesleiter der KPD, Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung und 1947 MdL in Hessen sowie 1949 bis 1953 Bundestagsabgeordneter. Fisch war seit 1948 stellvertretender Vorsitzender der westdeutschen KPD, jedoch als Westemigrant vom Parteitag 1951 nicht mehr ins Sekretariat gewählt. Nach dem KPD-Verbot von 1956 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, aber vorzeitig freigelassen, arbeitete dann als Journalist. Walter Fisch starb am 21. Dezember 1966 in Frankfurt/M.

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