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Friedländer, Hans-Joachim

* 17.6.1915, † 14.2.2005
Mitbegründer der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Kolberg (Hinterpomm./Kołobrzeg, Polen); Vater Gutsbesitzer in Schulzenhagen (Hinterpomm.); aufgew. in Schulzendorf (Krs. Köslin); 1925 Gymnasium in Kolberg, Abgang in der Unterprima auf Empfehlung der Schulltg. wegen seiner Abstammung; 1934/35 Ausb. an einer Handelsschule; 1936/37 landw. Ausbildung in einem Gutsbetrieb, Landw.-Gehilfe; 1937 – 39 Wehrmachtsausbildung, dann Kriegsdienst, 1940 als »Halbjude« für wehruntüchtig erklärt u. ausgemustert; 1940 – 44 Übernahme der Verw. des Gutsbetriebes, den der Vater angesichts der Judenverfolgung 1938 vorsorgl. auf den Sohn übertragen hatte; Nov. 1944 als Spätfolge des Hitlerattentats verhaftet, bis 16.4.1945 in einem Strafarbeitslager.
Juli 1945 von der Krs.-Verw. Wismar als Erntebeauftr. im Gutsdorf Levetzow (b. Wismar) eingesetzt, dort Mitgl. der Gemeindebodenkommission, Neubauer; Febr. 1946 Bez.-Bevollm. für Landw. in Neukloster; 1945/46 SPD/SED; VdgB; 1947 Krs.-Landw.-Berater u. Vors. des VdgB-KV; April 1948 im Auftrag von  Kurt Bürger Initiative zur Bildung des Gründungsaussch. für eine Bauernpartei initiiert, zus. mit  Ernst Goldenbaum Grundsatzdok. der DBD ausgearbeitet; 1949 Mitgl. des LV u. des Sekr., Ltr. Abt. Landw.; 1950 – 52 Abg. des Mecklenb. Landtags, Vors. der DBD-Fraktion; auch Abg. der Länderkammer der DDR; 1952 – 76 Abg. des Bez.-Tags Schwerin; 1952 – 90 Mitgl. des DBD-Bez.-Vorstands Schwerin, als Ltr. der Abt. Landw.; 1953 vorübergehend wegen seiner »sozialen Herkunft« abgesetzt; nach dem 17.6.1953 erneut in den Bez.-Vorstand u. die Ltg.-Funktion eingesetzt; 1958 – 63 Stellv. des Vors. des Rats des Bez. für Land- u. Forstw.; 1962/63 Studium am Inst. des ZK der SED zur Ausbildung von Funktionären für die soz. Landw. in Schwerin, staatl. gepr. Landwirt; 1963 – 71 stellv. Vors. bzw. Vors. des Bez.-Vorstands Schwerin, 1968 – 72 Mitgl. des PV der DBD, nachf. bis 1990 Vors. der ZRK der DBD; 1971 – 81 Ltr. der Zentr. Bildungsstätte der DBD Bad Kleinen (Krs. Wismar); 1980 Rentner; 1985 VVO; 1990 nicht beteiligt am Anschluß der DBD an die CDU.

Publ.: Nie den zweiten Schritt vor dem ersten tun! Autobiogr. In: Wie wir angefangen haben. Berlin 1985.
Sek.-Lit.: Reichelt: DBD. 1997; Bauer, T.: Die Gründung der DBD 1948 in Mecklenb. u. die Entw. des Landesverb. bis 1952. In: Melis, D. v. (Hrsg.): Soz. auf dem platten Land. Schwerin 1999; Bauer, T.: Blockpartei u. Agrarrevol. von oben. München 2003.
SiK

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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