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Gartmann, Hermann

* 24.12.1906, † 18.3.1972
Stellv. Minister für Staatssicherheit

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Waldheim (Krs. Osthavelland); Va-
ter Maurer; Volksschule; 1921 – 24 Landarb. in Oggerschütz, 1925 – 28 Bauhilfsarb. in Berlin; 1924 RJ, 1925 KJVD u. Baugewerbebund; 1927 KPD; 1928 Reichsschule des KJVD in Dresden, Mitarb. des M-Apparats; Apr. 1928 mit Olga Benario Teiln. an der Befreiung v.  Otto Braun; 1929/30 Mitgl. der KJVD-BL Berlin-Brandenb.; 1929/30 Mitarb. im Abwehrapparat der KPD-BL Berlin-Brandenb.; 1930 Halbjahreslehrgang an der Militärpol. Schule in Moskau, danach Ltr. für »Zersetzung« im M-App. Berlin-Brandenb.; Nov. 1930 Verhaftung, 9 Mon. U-Haft, Sept. 1931 wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Festungshaft, bis Mai 1933 Haft in Groß-Strehlitz; Nov. 1933 zehn Tage Gestapo-Haft; 1933/34 arbeitslos, illeg. Arbeit im Berliner Abwehr-Apparat; 1934 – 36 Eisenflechter; 1936/37 Tabellierer bei Siemens u. Halske; März 1937 nach erneuter Verhaftung durch die Gestapo Emigr. in die ČSR; ab Aug. 1937 Teiln. am span. Bürgerkrieg; Parteisekr. einer Internat. Panzerwagenkompanie; 1938/39 Mitgl. der KP Spaniens; Febr. 1939 nach Frankreich, Internierung in St. Cyprien, Gurs u. Le Vernet; 1941 Auslieferung nach Dtl., Juni – Nov. 1941 Gestapo-Haft in Berlin, dann KZ Dachau, hier ab 1943 Mitgl. der illeg. Parteiltg.; später »Bewährungseinsatz« als Flughafenarb. in Berlin-Schöneweide.
Juli 1945 Krs.-Sekr. der KPD, ab 1946 der SED in Templin; Aberkennung des Mandats zum 15. KPD-Parteitag im Apr. 1946 wg. Vorwürfen angebl. Zusammenarbeit mit der Gestapo in Spanien (die nicht belegt werden konnten); 1946 – 48 Abg. des Kreistags Templin; 1948 Einstellung bei der VP, stellv. Ltr. für pol. Arbeit der VP-Landesbehörde Brandenb.; Dez. 1949 Ltr. der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Brandenb. (ab 1950 Länderverw. Brandenb. des MfS); Okt. 1951 – Juli 1952 stellv. Min. für Staatssicherheit; 1952/53 zugl. Ltr. der HV Dt. Grenzpolizei im MfS; ab Juli 1953 stellv. Min. des Innern; 1953 Gen.-Major; stellv. Staatssekr. im MfS (militär. Fragen); 1955 erneut stellv. Min. für Staatssicherheit u. militär. Berater von  Ernst Wollweber; mit der Übernahme der Grenzpolizei durch das MdI wieder Chef der Grenzpolizei; 1956 Ltr. der HV Innere Sicherheit; 1956 Hans-Beimler-Med.; Mai 1957 Wechsel zum MfNV, Mitarb. des militär. Nachrichtendienstes; Okt. 1957 – Dez. 1959 Militärattaché an der DDR-Botschaft in Moskau; 1958 Med. Kämpfer gegen den Fasch.; 1960 Kursus an der Militärakad. »Friedrich Engels«, Kdr. der NVA-Offz.-Schule in Frankenberg (Sachsen); Dez. 1963 vorzeitige Versetzung in den Ruhestand; 1966 – 72 Sekr. des Solidaritätskomitees für das span. Volk; 1971 VVO; gest. in Berlin.

Sek.-Lit.: Uhl, M.: Mythos Spanien. Bonn 2004.
JeG; BRB

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