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Gass, Karl

* 2.2.1917, † 29.1.2009
Filmregisseur

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Mannheim; Vater Automechaniker; ab 1925 wohnhaft in Köln; OS, 1936 Abitur; ab 1936 kfm. Volontariat bei einer Wohn- u. Siedlungsgemeinschaft; dann Studium der Betriebs- u. Volkswirtschaft in Köln; 1940 Dt. Mstr. im Ruder-Achter; 1940 – 45 Wehrmacht (Panzergrenadierbrigade »Großdtl.«), zul. Ltn. der Reserve; 1945 brit. Kriegsgefangenschaft.
Dez. 1945 »Wirtschaftsred. mit Kenntnis der Geschichte der letzten 100 Jahre« beim NWDR in Köln; lernte  Karl-Eduard von Schnitzler u.  Karl Georg Egel kennen; Anwürfe wegen pol. Kommentare u. KPD-Nähe; 1948 Übersiedl. nach Berlin (Ost) u. Ltr. der Wirtschaftsred., Kommentator u. Reporter beim Berliner Rundfunk; nach der Bekanntschaft mit  Andrew Thorndike u. Joop Huisken (Schüler Joris Ivens’) Arbeit als Texter u. Autor für Dok.-Filme u. die Wochenschau »Der Augenzeuge«; 1954 künstler. Ltr. des DEFA-Studios für Populärwiss. Filme; 1960 Arbeit als Regisseur im DEFA-Studio für Wochenschau u. Dok.-Filme; 1961 Gründung einer künstler. Arbeitsgr., später die Gruppe »Effekt«, bis 1972 deren Ltr.; zwischen 1960 u. 1970 tätig als Ltr. der Regiekl. für Dok.-Filme, Gastdoz. an der HS für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg; verh. mit  Gitta Nickel von 1964 – 70; SED; 1977 u. 1985 NP; Mitbegr. der Internat. Leipziger Dok.- u. Kurzfilmwoche sowie des Nat. Festivals für Dokumentar- u. Kurzfilme der DDR; Mitgl. des Vorst. bzw. Präs. des Verb. der Film- u. Fernsehschaffenden der DDR: Vizepräs. der Association International des Documentaristes; nat. u. internat. Auszeichnungen; seit 1990 versch. publizistische Arbeiten; gest. in Kleinmachnow (b. Berlin).
Werke: Insg. 121 Filme als Texter, Autor, Regisseur; Reportagen dem »cinéma vérité« nahe u. Porträts über Leben u. Arbeiten in der DDR: Feierabend (1963/64), Asse-Anno ’74 (1974), Richard der Bauer (1977), Ecken u. Kanten (1980); Auslandsberichte über sozial rückständige Gebiete: Hellas ohne Götter (1957), Licht für Palermo (1960), Sorah u. Ali (1961), Toscanerinnen (1975), Die grüne, weiße, rote Toscana (1975), Wollt ihr unser Elend filmen (1976); pol. Auseinandersetzung mit Ereignissen der Geschichte vom Standpunkt der Überlegenheit des soz. Systems: Freiheit, Freiheit über alles (1959), Schaut auf diese Stadt (1962), Racketeers, Sternenbanner u. Bundesadler in der NATO (1972, Regie mit Eduard Schreiber, Peter Rocha), Zwei Tage im August (1982), Wenn NATO-Generale träumen (1982); polem. Auseinandersetzung mit der dt. Geschichte: Das Jahr 1945 (1984), Nürnberg – nicht schuldig (1985), Eine dt. Karriere (1987).

Publ.: Der Militärtempel der Hohenzollern. Berlin 1999; Zielt gut, Brüder! Wilhelmshorst 2000.
Sek.-Lit.: Herlinghaus, H. (Hrsg.): Dokumentaristen der Welt. Berlin 1982; K. G. Ich glaube an den Dok.-Film, wenn ... Aus Theorie u. Praxis des Films. Potsdam 1987; Schwarzweiß u. Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946 – 92 (Hrsg. vom Filmmuseum Potsdam). Berlin 1996.
ElS

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