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Geffke, Herta

* 19.8.1893, † 29.12.1974
SED-Funktionärin

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Bollinken (Krs. Randow, Vorpomm./ Szczecin-Golęcino, Polen); Vater Schuhmacher, Mutter Plätterin; Bruder  Hans G.; Volksschule; Hausgehilfin u. Arbeiterin in einer Druckerei; 1908 Arbeiterjugend; 1912 SPD; 1917 USPD, 1918 Mitgl. der BL Stettin, Mitgl. des Stettiner Arbeiter- u. Revolutionsrats; 1920 KPD, hauptamtl. Bezirkssekr. der VKPD Pommern, ab März 1921 Frauensekr. für die Bez. Niederrhein u. Ruhrgebiet; Juli 1921 Teiln. am III. Weltkongreß der KI in Moskau; 1921 – 24 Abg. des Preuß. Landtags; bis 1928 kleinere KPD-Funktionen im UB Berlin-Neukölln; anschl. Ltr. des RH-Kinderheims in Worpswede, später des Kinderheims in Elgersburg; ab 1930 Sekr. der KPD im Saargebiet, später der KPD-BL Ruhrgeb. u. 1931/ 32 Sekr. der RHD Baden-Pfalz; 1933 Mitgl. des ZV der RH; ab März 1933 illeg. Arbeit für die RHD im Bez. Hessen-Frankfurt bzw. im Ruhrgeb.; 13.9.1933 im Ruhrgeb. verhaftet, sechs Mon. »Schutzhaft«; 5.3.1934 vom OLG Hamm (Westf.) wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu 30 Mon. Zuchthaus verurteilt, 1934 – 36 Haft in den Zuchthäusern Ziegenhain (Kassel) u. Jauer (Schles.); 1937 – 45 Ausbildung zur Herrenschneiderin in Stettin, anschl. im Beruf tätig; 1943/44 Mitgl. der »Empacher-Krause-Widerstandsorg.« in Stettin.
Mai 1945 Antifa-Schule in Stettin-Krekow (Frontschule der Roten Armee); anschl. Mitgl. der KPD-Initiativgr.  Gustav Sobottka; ab Juli 1945 Frauenverantwortliche der KPD-LL Mecklenb.; Juni 1945 – März 1946 Ltr. des Landesjugendamts Mecklenb.-Vorpom.; Referentin für Sozialfragen in der Abt. Innere Verw. der Landesverw.; 1946 – 48 Sekr. für Frauen im SED-LV Mecklenb., ab 1947 Mitarb. des SED-LV Brandenb.; 1946 Mitgl. der Beratenden Vers. Mecklenb. u. dessen Vorst.; Okt. 1946 – 50 Abg. des Mecklenb. Landtags, dort 3. Vizepräs.; 1947/48 Mitgl. des ZV der VVN; 1948/49 Mitgl. der Prov. Volkskammer; März 1949 – Okt. 1958 Mitgl. der ZPKK der SED im Range einer Abt.-Ltrn. des ZS bzw. ZK der SED, neben  Hermann Matern verantw. für die Parteisäuberungen der 50er Jahre; ab Nov. 1949 Ltr. der Sonderkommission der ZPKK, die Kontakte von dt. Genossen zu Noel H. Field aufdecken sollte; 1954 – 58 stellv. Vors. der ZPKK; 1955 KMO; Frühjahr 1956 Mitgl. der Parteikommission, die über Rehabilitierung entschied; Nov. 1958 – 62 Kaderltr. des IfG; Juni 1962 Rentnerin, Ehrenrente der Partei; gest. in Berlin.

Publ.: Die Zusammenarbeit in den Frauenaussch. trug zur Vereinigung bei. In: Rosner, F., Schiel, I., Voßke, H. (Hrsg.): Vereint sind wir alles. Erinnerungen an die Gründung der SED. Berlin 1966.
Sek.-Lit.: Kießling, W.: Partner im »Narrenparadies«. Berlin 1994; Weber, H., Mählert, U. (Hrsg.): Terror. Stalinistische Parteisäuberungen 1936 – 1953. Paderborn 1998.
BRB; HME

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Ch. Links Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 19. August 1893 in Bollinken/Krs. Randow, Tochter eines Schuhmachers, ältestes von sechs Kindern. Dienstmädchen, Arbeiterin in einem Druckereibetrieb. 1908 Arbeiterjugend, 1912 Mitglied der SPD, 1917 der USPD. Als Mitglied der BL Stettin war sie in den Revolutionsmonaten Mitglied des Stettiner Arbeiter- und Soldatenrates. Mit dem linken Flügel der USPD 1920 zur KPD, hauptamtliche Bezirkssekretärin der VKPD Pommern, ab März 1921 Frauensekretärin für die Bezirke Niederrhein und Ruhrgebiet. Im Juli 1921 nahm sie am Internationalen Frauenkongreß und am III. Weltkongreß der Komintern in Moskau teil. Durch eine Nachwahl bekam sie in Schlesien das Mandat zum Preußischen Landtag, dem sie bis 1924 angehörte. Herta Geffke war von 1922 bis 1928 mit Wienand Kaasch verheiratet, gehörte in der KPD zur Mittelgruppe, deshalb zur Landtagswahl im Dezember 1924 nicht wieder Kandidatin. Mit ihrem Mann in verschiedenen Bezirken, übte sie nur kleinere Funktionen aus, bis Ende 1928 im UB Neukölln. Wegen Parteidifferenzen und nachdem sie sich von ihrem Mann getrennt hatte, folgte sie einem Angebot der Roten Hilfe und wurde Leiterin des Kinderheims in Worpswede, später des Kinderheims in Elgersburg, das aus Finanznot 1930 geschlossen wurde. Danach Sekretärin im Saargebiet bzw. im Bezirk Baden-Pfalz. Bis Mai 1933 Instrukteurin für den illegalen Bezirk Hessen-Frankfurt bzw. Ruhrgebiet der RHD. Am 11. September 1933 wurde sie in Essen verhaftet und im März vom II. Strafsenat des OLG Hamm zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Entlassung im Oktober 1936 Näherin in Stettin, soll sie an der illegalen Arbeit der KPD teilgenommen haben.
Am 3. Mai 1945 nahm Herta Geffke Kontakt zu Gustav Sobottka auf. Nach dem Besuch einer Frontschule der Roten Armee kam sie mit der Gruppe Sobottka nach Schwerin und wurde im Juni 1945 Mitglied der KPD-Landesleitung und des Sekretariats. 1946 Leiterin der Frauenabteilung der SED Mecklenburg und im Oktober 1946 in den Mecklenburgischen Landtag gewählt. Im März 1949 wurde Herta Geffke Abteilungsleiterin im ZS des PV und Mitglied der gerade gebildeten ZPKK. Ab November 1949 leitete sie die berüchtigte Sonderkommission der ZPKK zur Überprüfung der Kontakte deutscher Emigranten zu Noel H. Field. Sie blieb bis 1958 stellvertretende Vorsitzende der ZPKK und war der Prototyp einer bedingungslosen und harten stalinistischen Funktionärin. Stundenlang, ohne große Gefühlsregungen, so erinnern sich Zeitgenossen, wurden all diejenigen verhört, die Noel H. Field irgendwann begegnet waren. Nach dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 kam ausgerechnet Herta Geffke, die für viele Parteiausschlüsse und Repressalien mitverantwortlich war, in die Parteikommission, die nun über Rehabilitierungen entscheiden sollte. Im Oktober 1958 aus der ZPKK ausgeschieden, bis zum Ruhestand 1962 Kaderleiterin des Institutes für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED. Sie erhielt 1955 den Karl-Marx-Orden. Herta Geffke starb am 29.Dezember 1974 in Ost-Berlin.
Ihr Bruder Hans Geffke (* 18. 7. 1903 – †25.1.1985) war Schlosser und seit 1925 in der KPD und im RFB. 1928 hauptamtlicher Bezirksleiter der RHD Pommern, danach Gauleiter der Roten Jungfront für Pommern. 1933 verhaftet und bis Mai 1934 in »Schutzhaft«. Von 1935 bis 1944 Elektroschweißer in Stettin. Ende 1944 erneut festgenommen, wurde er Ende Februar 1945 durch die Rote Armee befreit, jedoch im Frontgebiet interniert und war bis Oktober 1949 Zivilinternierter in Minsk. Ab November 1949 Instrukteur der SED-Landesleitung Mecklenburg in Schwerin, 1950 Mitglied der LPKK und Leiter der Kaderabteilung. 1951 Leiter der Chiffrierabteilung des ZK der SED, von 1952 bis zu seinem Ausscheiden im September 1965 stellvertretender Leiter des Büros des Politbüros.

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