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Geggel, Heinz

* 11.11.1921, † 15.11.2000
Leiter der Abteilung Agitation des ZK der SED

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in München in einer jüd. Fam.; Vater Kfm.; Mutter Näherin u. Büroaushilfe; 1928 – 36 Volksschule u. Realgymnasium in München, dort 1935/36 zunehmend antisem. Verfolgung, deswegen Apr. 1936 Abbruch des Gymn. u. Ausreise in die Schweiz; 1936 Emigr. über die Schweiz nach Belgien u. Frankreich; Apr. 1936 – Sept. 1938 Höhere Handelsschule in Neuchâtel (Schweiz); 1938 Austritt aus der Jüd. Gemeinde; Sept. 1938 – Mai 1940 Studium an der Höheren Handels- u. FS für Textiling. in Verviers (Belgien), nach Einmarsch der Wehrmacht Flucht nach Brüssel, dort interniert u. nach Frankreich abgeschoben; Mai 1940 – Aug. 1941 Internierung in St. Cyprien, Gurs u. Les Milles, Entlassung durch Freikauf; Aug. – Dez. in La Ciotat (Bouches-du-Rhône); Dez. 1941 mit der Fam. Emigr. über Casablanca nach Kuba; 1940 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; 1942 in Havanna Gelegenheitsarbeiten, 1943 Lehre, 1943 – 45 Arbeit als Diamantenschleifer in Havanna; Mitgl. der IG Metall in der Konföderation der Arbeiter Kubas; seit Sept. 1943 Mitgl. u. später 1. Sekr. des Komitees Dt. Antifa. in Kuba (im Kontext des Lateinamerikan. Komitees der Freien Dt. in Mexiko); 1944 KPD, befaßte sich mit der Registrierung der in Kuba lebenden dt. Nazis; Jan. 1946 Mitbegr. u. Präs. des Freundeskrs. Alexander von Humboldt – Kulturvereinigung dt.-sprechender Demokraten in Kuba; 1946/47 Mitarb. der sozialist. Ztg. »Hoy«; 1946 – 48 Dir. der vom Freundeskrs. hrsg. Ztschr. »Noticias de Alemania«; 1947 Angest. der Handelsfirma Comerimpex in Havanna.
Nov. 1947 Rückkehr nach Dtl.; Jan. 1948 in Frankfurt (Main); Febr. 1948 nach Berlin; März 1948 SED; März – Dez. 1948 Red. in der Rundfunkred. der SMAD (»Studio Grünau«); Dez. 1948 – März 1949 Mitarb. der »Süddt. Sendung« beim Berliner Rundfunk; 1949 – 52 Red. der »Westsendung«, dann Ressortltr. für Innenpolitik beim Berliner Rundfunk; 1952 – 57 beim Staatl. Rundfunkkomitee, Mitarb. der Red.-Gruppe »Wir sprechen für Westdtl.«, später »Aus Dtl. für Dtl.«; Herbst 1953 Fachlehrer, 1953/54 PHS der SED; 1957 – 60 Intendant des Dtl.-Senders Berlin; 1956 – 60 Stellv. des Vors. des Staatl. Rundfunkkomitees; 1958 Med. für Kämpfer gegen den Fasch.; 1960 – 62 Ltr. der Arbeitsgr. SPD der Westkommission beim PB; 1962 Sekr. der Westkommission; 1963 – 65 stellv. Ltr. der Westkommission; 1965 – 73 Ltr. der Westabt. des ZK der SED (Nachf. von  Arne Rehahn); Dez. 1973 – Nov. 1989 Ltr. der Abt. Agit. des ZK der SED (Nachf. von  Hans Modrow); 1949 – 90 Mitgl. der Ltg. der VVN bzw. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1963 – 71 Kand., 1971 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1969 – 89 Mitgl. des NR der NF; 1971 – 90 Mitgl. des Vorst. des VDJ; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1959, 1964, 1970 VVO; 1968 u. 1971 Banner der Arbeit; 1975 Kampforden für Verdienste um Volk u. Vaterland; 1978 u. 1981 Banner der Arbeit; 1980 Mitgl. der ZL der Komm. der Antifasch. Widerstandskämpfer; 1981 u. 1986 KMO; 1984 Held der Arbeit; Nov. 1989 auf eigenen Wunsch von seiner Funktion entbunden; gest. in Berlin.

Sek.-Lit.: Bürger, U.: Das sagen wir natürlich so nicht! Donnerstag-Argus bei Herrn Geggel. Berlin 1990.
BRB; HME

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