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Gereke, Günther

* 6.10.1893, † 1.5.1970
Präsident der Zentralstelle für Vollblutzucht

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. auf dem Rittergut Gruna (b. Delitzsch); Studium der Rechts- u. Staatswiss., sowie Nationalökon. an den Univ. Leipzig, München, Würzburg u. Halle; St.-Ex. u. Prom zum Dr. jur. u. Dr. rer. pol.; Regierungsassessor der Landesreg. in Potsdam; Militärdienst (freiw. Teiln. am 1. Weltkrieg); 1917 Reg.-Ref. in Kyritz; Bürgermstr. in Meyenburg (b. Brandenb.); ab 1919 Landrat in Torgau; Abg. der DNVP im sächs. Provinziallandtag; 1922 aus dem Staatsdienst ausgeschieden; Bewirtschaftung seines Gutes Pressel (b. Torgau); 1924 – 28 Abg. der DNVP im Reichstag; 1929 Austritt aus der DNVP u. Mitgl. der Christl.-Nat. Bauern u. Landvolkpartei, stellv. Vors. dieser Partei; Präs. des Dt. Landgemeindetags u. Gründer des Verb. der Preuß. Landgemeinden; Doz. an der Landw. HS in Berlin; Mitgl. des Reichswirtschaftsrates; 1930 – 32 Abg. der Christl.-Nat. Bauern- u. Landvolkpartei im Dt. Reichstag; 1932/33 Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung in den Kabinetten Schleicher u. Hitler; März 1933 Amtsenthebung u. Verhaftung; wegen Unterschlagung von 1,2 Mio. RM zugunsten des Landgemeindetags; Verurteilung zu 30 Mon. Haft; 1935 aus der Haft entlassen; nach dem 20.7.1944 erneut verhaftet; bis 1945 Haft.
1945 Abt.-Ltr. Innenabt. in der Provinzialverw. Sachsen; 1946 Flucht in die brit. Zone; 1946/47 erster Innenmin. des Landes Niedersachsen; danach Geschäftsf. Vors. des CDU-Landesverb. Niedersachsen; Juni 1948 – Mai 1950 stellv. Min.-Präs. u. Min. für Ernährung, Landw. u. Forsten in Niedersachsen; Mitgl. des »Gesamdt. Arbeitskrs. für Land- u. Forstw.«; ab Mai 1949 erste inoff. Gesprächskontakte zu KPD bzw. SED-Vertretern; Juni 1950 Reise nach Berlin (Ost), 5.6.1950 Treffen mit  Walter Ulbricht, anschl. Ausschl. aus CDU wegen »schwerer Schädigung des Parteiansehens« u. Rücktritt von allen Ämtern; danach unabh. Landtagsabg.; 1950/51 Mitgl. des Bunds der Heimatvertriebenen u. Entrechteten, 1951 Austritt nach geheimen Absprachen mit Berlin (Ost); Nov. 1951 Mitbegr., Vors. u. Abg. der Dt.-Sozialen Partei im Niedersächs. Landtag; Juli 1952 Übertritt in die DDR, polit. Asyl; Mitgl. der CDU (DDR); Mitgl. des Präs. des NR u. Vors. des Bez.-Aussch. der NF in Frankfurt (Oder); 1952 – 68 Präs. der Zentralstelle für Vollblutzucht u. Leistungsprüfungen; ab 1955 Vizepräs. des Internationalen Meetings der Vollblutzucht; 1963 VVO; parallel dazu lief über 10 Jahre bei der Abwehr des MfS ein OV »Mephisto« gegen G.; 1969 Ehrenpräs. der Zentralstelle für Pferdezucht beim Rat für landwirtschaftl. Prod. u. Nahrungsgüterwirtsch. der DDR; gest. in Neuenhagen (b. Berlin).

Publ.: Ich war königlich-preußischer Landrat. Berlin 1970.
Sek.-Lit.: Winterhager, F.: G. G. Ein Min. im Spannungsfeld des Kalten Krieges. Ludwigsfelde 2003; Scholz, M. F.: Bauernopfer der Dt. Frage. Der Kommunist Kurt Vieweg im Dschungel der Geheimdienste. Berlin 1997.
MFS; HME

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