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Gienke, Horst

* 18.4.1930
Evangelischer Bischof

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Schwerin; Vater städt. Beamter; Gymnasium; 1949 – 54 Studium der Theol. in Rostock; 1954 Ordination, erste Pfarrstelle in Blankenhagen (Mecklenb.), dort ab 1957 zunehmend Konflikte mit der restriktiven staatl. Kirchenpol.; 1960 Pfarrer an der Johanneskirche in Rostock; 1964 – 71 Rektor des Predigerseminars der Mecklenb. Ev.-Luth. Landeskirche in Schwerin u. bis 1972 Mitgl. der Landessynode; seit Gründung des Bundes der Ev. Kirchen in der DDR im Jahr 1969 – 89 Mitgl. der Bundessynode u. der Konferenz der Ev. Kirchenltg., in wachsendem Maße Vertreter des Konzepts »Kirche im Soz.« u. einer v. a. friedenspol. Zusammenarbeit mit dem Staat, zugl. Verfechter einer glaubens- u. theologiebetonten Arbeit des Kirchenbunds; 1972 Landessuperintendent in Schwerin; 1972 Wahl zum Bischof der Ev. Landeskirche Greifswald (Nachf. von  Friedrich-Wilhelm Krummacher); seitdem Mitarb. im Norddt. Kirchenkonvent; 1973 Teiln. am Weltkongreß der Friedenskräfte in Moskau; 1973 – 76 (Nachf. von  Hans-Joachim Fränkel) u. 1987 – 89 Vors. des Rats der Ev. Kirche der Union (Nachf. von  Gottfried Forck); 1976 – 81 Vors. der Arbeitsgemeinschaft Christl. Kirchen in der DDR; 1977 Delegierung zur Vollvers. des Luth. Weltbunds in Daressalam; 1980 Dr. h. c. theol. der EMAU Greifswald; 1980 – 85 Vors. des Nationalkomitees des Luth. Weltbunds in der DDR; 1981 – 86 stellv. Vors. der Konferenz der Ev. Kirchenltg.; 1982 Ltr. der Delegation des Kirchenbunds zur Weltkonferenz »Religiöse Vertreter für die Rettung der hl. Gaben des Lebens vor einer nuklearen Katastrophe« in Moskau; 1984 Teiln. am Treffen des schwed. Min.-Präs. Olof Palme mit  E. Honecker in Stralsund; 1984 – 89 Mitgl. des EK des Luth. Weltbunds; 1987 – 89 Vors. des Bibelwerks in der DDR; 11.6.1989 Wiedereinweihung des Greifswalder Doms unter Teiln. des von G. eingeladenen Staatsratsvors. Erich Honecker; in der Folgezeit wachsende innerkirchl. Kritik an G.s (auch theolog. motiviertem) freundl. Kurs gegenüber der DDR-Staatsführung sowie seinem als autoritär gekennzeichneten Ltg.-Stil, Nov. 1989 Vertrauensentzug durch die Landessynode (32 zu 30 Stimmen), Rücktritt vom Bischofsamt, auf eigenen Wunsch Versetzung in den Ruhestand; 1990 Übersiedl. nach Lübeck; beim MfS als IM »Orion« erf.; lebt in Westerstede (Niedersachsen).

Publ.: Dome, Dörfer, Dornenwege. Lebensbericht eines Altbischofs. Rostock 1996.
Sek.-Lit.: Findeis, H., Pollack, D. (Hrsg.): Selbstbewahrung o. Selbstverlust. Berlin 1999.
UwF

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