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Gilsenbach, Reimar

* 16.9.1925, † 22.11.2001
Schriftsteller, Umweltschützer

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in einer Anarchistensiedlung bei Vörde (Niederrhein); 1932 Freie Schule Duisburg, 1933 Volks-, 1938 Aufbauschule in Dresden; nach Tod des Vaters ab 1935 Pflegeeltern in Fördergersdorf b. Tharandt; 1943/44 RAD, Wehrmacht; 1944 bei Narva zur Roten Armee übergelaufen; 1944 – 47 sowj. Kriegsgefangenschaft.
1947 Rückkehr nach Dtl.; Heimkehrerabitur; bis 1949 Red. der »Sächs. Ztg.«, aus pol. Gründen fristlos entlassen; 1951 – 61 Red. der KB-Ztschr. »Natur u. Heimat«; bis 1989 Mitgl. der Zentr. Kommission Natur u. Heimat des KB u. des ZV der Ges. für Natur u. Umwelt; seit 1961 freischaff. Schriftst.; 1964 – 83 Freundschaft mit  Robert Havemann; 1976 Mitunterz. der Resolution gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; 1984 – 88 vom MfS im OV »Schreiber« erf.; ab 1984 Texter gem. Liederprogramme mit Hannelore Kurth.
G. lebte seit 1975 in Brodowin am Rande des Naturschutzgebiets Plagefenn im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin; in zahlr. Reportagen, Sachbüchern, Liedertexten u. Romanen setzt er sich gegen alle staatl. Widerstände für den Naturschutz ein; 1981 Initiator der Brodowiner Gespräche über das menschl. Verhalten zur Umwelt; seit 1965 Engagement für die Kultur u. Bürgerrechte der Sinti u. Roma, lieferte eine der ersten krit. Beschreibungen ihrer Situation in der DDR (»Oh Django, sing Deinen Zorn! Sinti u. Roma unter den Dt.« Berlin 1993); Mitgl. des Romani PEN-Clubs; Mitgl. des VDS; 1989 Mitbegr. der Grünen Liga in der DDR.
1994 Erwin-Strittmatter-Preis für Umweltlit. des Landes Brandenb.; Mitbegr. des Bundes für Naturvölker e. V.; 2000 Hugo-Conwetz-Med. des dt. Naturschutzes; gest. in Brodowin.

Publ.: Die Erde dürstet. Berlin 1961; Rund um die Natur. Leipzig 1982; Jakobsleiter. Berlin 1986; Weltchronik der Zigeuner. Bd. 1. Frankfurt (Main) 1993; Rußlands Zigeuner: Ihre Geschichte u. Gegenwart. Berlin 1994; Von Tschudemann zu Seemann. Berlin 2000; Wer im Gleichschritt marschiert, geht in die falsche Richtung. Berlin/Bonn 2004 (Autobiogr.).
BRB

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