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Girnus, Wilhelm

* 27.1.1906, † 10.7.1985
Intendant des Berliner Rundfunks, Chefredakteur der Zeitschrift »Sinn u. Form«

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Allenstein (Ostpr./Olsztyn, Polen); Vater Gerber; 1912 – 25 Volksschule, Gymnasium, Abitur; 1925 – 32 Werkstudium (Ausbildung zum Kunsttischler u. Studium Malerei/ Kunstgeschichte) an der Akad. für Kunst u. Kunstgewerbe Breslau (frz. Lit. u. a. an der Sorbonne Paris), Examen für Werklehrer u. Kunsterzieher; 1929 KPD; 1931 Reichsltg. »Rote Studenten«; 1932 Mitgl. der erw. KPD-BL Ostpr.; nach dem 2. St.-Ex. höherer Schuldienst; 1932/33 Studienassessor am Gymn. in Hohenstein, entlassen; 1933 – 45 illeg. pol. Arbeit, pol. Instrukteur der KPD-BL Ostpr. in »Nordost« (Tilsit, Insterburg, Gumbinnen, Stallupönen, Pillkallen); 11.3.1935 verhaftet; Haft im Zuchthaus Amberg; Febr. 1937 vom VGH wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt; 1937 – 45 Haft im KZ Sachsenhausen, ab 1942 im KZ Flossenbürg; April 1945 geflohen während des Marsches nach Dachau.
Juli 1945 Verw.-Funktionär im Thür. Schulwesen; Nov. 1945 Aufbau des Rundfunks in der SBZ (ZV für Volksbildung), 1946 – 49 Intendant des Berliner Rundfunks; 1949 – 53 Red. der Ztg. »Neues Dtl.«, verantw. für Innen-, anschl. Kulturpol.; 1951/52 in der Formalismus-Debatte vertrat er hinsichtlich der Barlach-Ausstellung der DAK u.  Paul Dessaus Oper »Die Verurteilung des Lukullus« den doktrinären Standpunkt der SED-Führung; Frühjahr 1953 Kontroverse mit  Hanns Eisler in der DAK (»Mittwochsges.«) über das Libretto der Oper »Johann Faustus« (Musik u. Text von Hanns Eisler), maßgebl. Anteil an deren Absetzung; 1953 Prom. zum Dr. phil
an der KMU Leipzig; 1953 – 57 Sekr. des »Aussch. für dt. Einheit«; ehrenamtl. Lehrstuhlltr. am ZfG; 1957 – 62 Staatssekr. für HFS-Wesen (Nachf. von  Gerhard Harig); 1962 – 71 Prof. für Allg. Lit.-Wiss. an der HU Berlin; 1964 – 81 Chefred. der Lit.-Ztschr. »Sinn u. Form« (hrsg. von der DAK) (Nachf. von  Bodo Uhse); 1965 Mitgl. der DAK; Mitgl. in Ltg.-Gremien, u. a. seit 1952 im Vorst. der Goethe-Ges.; 1957 – 74 Vizepräs. der Dt.-Frz. Ges.; gest. in Berlin.

Publ.: Voltaire, eine Biogr. Berlin 1958; Wozu Lit.? Leipzig 1976; Aus den Papieren des Germain Towardschus. Autobiogr. Roman. Rostock 1982.
Sek.-Lit.: Parker, St.: Sinn u. Form unter W. G. In: Sinn u. Form (1977) 2; Braun, M.: Die Literaturztschr. »Sinn u. Form«. Bremen 2004.
JuK; BRB

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