Biographische Datenbanken

Horstmann, Hermann

* 12.3.1893, † 24.6.1938

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


(* 1893 – † 1938)
Geboren am 12. März 1893 in Osnabrück. Nach dem Jurastudium und der Promotion in Berlin wurde er 1921 Rechtsanwalt in Düsseldorf, zunächst Mitarbeiter im Büro von Gerhard Obuch. Seit 1919 in der USPD, trat Horstmann 1923 der KPD bei. Er führte nun eine gemeinsame Praxis mit Obuch und dem Sozialdemokraten Karl Siemsen. Horstmann wurde Rechtsberater der Roten Hilfe und wie Felix Halle und Obuch einer der bekanntesten kommunistischen Anwälte in Deutschland. Er verteidigte Kommunisten vor dem Reichsgericht, seine Klienten waren vor allem die KPD-BL Düsseldorf und das KPD-Organ »Freiheit«. Im April 1933 emigrierte Horstmann nach Paris, im Juli nach Belgien. Nach einigen Monaten in Holland, fand er in Rotterdam Arbeit bei der russischen Derutra. Im Herbst 1934 konnte er nach Genehmigung durch die KPD mit seiner Familie in die Sowjetunion reisen, in Moskau wohnten sie im Haus der MOPR. Horstmann arbeitete beim Rundfunk und war Korrektor an der »Deutschen Zentral-Zeitung«. Inzwischen desillusioniert, warnte er Zensl Mühsam nach deren erster Haftentlassung in Moskau, das NKWD werde sie erneut festnehmen. Am 15. Februar 1938 wurde Hermann Horstmann dann selbst verhaftet und am 26. Mai 1938 zu acht Jahren Straflager verurteilt. Er starb am 24. Juni 1938 im Moskauer Taganka-Gefängnis. Vom Obersten Gerichtshof der UdSSR im Juli 1962 »rehabilitiert«.
Seine Tochter Sonja (* 1928 – †1944) starb in der Verbannung an Tbc, sie war mit ihrer Mutter, Horstmanns Ehefrau, Dagmar Horstmann, geb. Dirichs (* 1903 – † 1993), 1939 verschleppt worden. Von 1944 bis 1948 war Dagmar Horstmann als Lehrerin im Kinderheim in Iwanowo tätig, sie durfte 1948 nach Berlin zurückkehren und arbeitete bis zur Pensionierung 1957 in der DDR als Russischlehrerin.

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Karl Dietz Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
Karl Dietz Verlag Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Tel. 030 - 29 78 45 34

Zum Abkürzungsverzeichnis