Haftzwangsarbeit in der DDR

Das Thema Zwangsarbeit wurde in der öffentlichen Diskussion wie in der Forschung bisher vor allem im Kontext des Nationalsozialismus verhandelt. Vergleichsweise wenig ist in der Öffentlichkeit darüber bekannt, dass auch in der DDR Menschen in verschiedenen Kontexten zur Arbeit gezwungen wurden. Haftzwangsarbeit war ein wesentlicher Teil des Strafsystems und betraf die politischen Gefangenen in besonderer Weise. Der zwangsweise Einsatz von Arbeitskräften war zugleich eine wesentliche Stütze, um die Produktion in den volkseigenen Betrieben, im Bergbau, der Industrie und der Landwirtschaft sicherzustellen.

Wie genau das System Haftzwangsarbeit in der DDR funktionierte, welche Personengruppen davon besonders betroffen waren und zu welchen Bedingungen der zwangsweise Arbeitseinsatz erfolgte, ist bis heute erst teilweise erforscht. Die Quellenlage zu diesem Thema ist schwierig, da weder die Haftanstalten noch die DDR-Betriebe den zwangsweisen Einsatz von Arbeitskräften systematisch dokumentiert haben. Umso wichtiger sind die Berichte der Zeitzeugen, der ehemaligen Häftlinge, die in Hoheneck, Waldheim und anderen DDR-Gefängnissen wie auch in den Jugendwerkhöfen zur Arbeit unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen gezwungen wurden.

Die Bundesstiftung Aufarbeitung dokumentiert an dieser Stelle Hintergrundinformationen, Forschungsergebnisse und aktuelle Diskussionen zur Haftzwangsarbeit in der DDR.

Cover der Broschüre "Antreten zur Arbeit - Haftarbeit in Rüdersdorf"Die Bundesstiftung Aufarbeitung hat gemeinsam mit den Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und den Opferverbänden in diesem Jahr einen gemeinsamen Kongress zum Thema Zwangsarbeit ausgerichtet. Die Vorträge und auch die Diskussionsbeiträge von Betroffenen bestätigten, dass es bisher nur wenige Forschungsarbeiten zum Thema gibt. Aus dem Kongress ist die Broschüre "Antreten zur Arbeit – Haftarbeit in Rüdersdorf" hervorgegangen, die am Beispiel Rüdersdorf zeigt, wie Zwangsarbeit als Mittel zur Disziplinierung eingesetzt wurde. Die Broschüre können Sie hier als PDF herunterladen [4,10 MB] . Eine gedruckte Ausgabe erhalten Sie bei der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur .

Anlässlich der aktuellen Medienberichterstattung um den Einsatz von politischen Gefangenen bei der Herstellung von Produkten für den schwedischen Möbelkonzern IKEA finden Sie über die nebenstehende Menüleiste weiterführende Informationen zum Thema.