Am 24.7.1951 wird Arno Esch in der sowjetischen Geheimdienstzentrale (Lubjanka) in Moskau erschossen. Verurteilt wurde er zuvor wegen „Aufstands“, „Spionage“, „antisowjetischer Propaganda“ und der „Bildung einer konterrevolutionären Organisation“. Doch was hatte sich der 23-jährige Jurastudent aus Rostock wirklich zu Schulden kommen lassen? Schon 1946 schloss er sich der Liberal-Demokratischen Partei in der SBZ an und stieg innerhalb weniger Jahre in den Zentralvorstand der Partei in Berlin auf. In der Partei setzte er sich für einen fortschrittlich sowie sozial orientierten Liberalismus ein und strebte die baldige Wiedervereinigung Deutschlands an, womit er sich ganz bewusst in Opposition zur SED, deren Alleinherrschaftsanspruch und die kommunistische Diktatur stellte.

Kurz nach Gründung der DDR wird Esch mit weiteren liberalen Studenten in Rostock verhaftet und bereits im Juli 1950 von einem sowjetischen Militärgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Schwerin zum Tode verurteilt. Ein Jahr lang sitzt er in den Haftanstalten des sowjetischen Geheimdienstes in Rostock, Schwerin und zuletzt in Moskau, wo nach erneuter Verhandlung das Todesurteil vollstreckt wird. Erst knapp 40 Jahre später, am 19.7.1990, rehabilitierte ihn das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der UdSSR.

In unserem Buch „‘Erschossen in Moskau …‘ Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950-1953“ ist sein Schicksal ebenso dokumentiert wie das von mehr als 1000 Menschen, die sich gegen die kommunistische Diktatur aufgelehnt und dafür mit ihrem Leben bezahlt haben. Im Gespräch mit der FDP-Bundestagsabgeordneten und unserem Mitglied im Stiftungsrat Linda Teuteberg erfahren Sie morgen mehr über das Wirken von Arno Esch und wie wichtig es noch immer ist, an die gewaltsame Repression in der SBZ/DDR und deren Opfer zu erinnern.

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