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Dossier
Zwischen 1918 und 1945 kamen Tausende Emigranten aus vielen europäischen und asiatischen Ländern nach Russland und die am 30. Dezember 1922 gegründete Sowjetunion. Dazu zählten zahlreiche Fachleute, die halfen, den noch jungen kommunistischen Staates mit aufzubauen. Sie erhofften sich eine neue berufliche wie private Zukunft. Gleiches galt für die politischen Flüchtlinge, die sich in der Sowjetunion nun in Sicherheit vor weiterer Verfolgung wähnten. Darunter waren insbesondere nach 1933 und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten Emigranten aus Deutschland, die etwa als Sozialdemokraten oder Kommunisten ihre Heimat verlassen mussten. Gewerkschaften und alle anderen politischen Parteien außer der NSDAP wurden verboten und ihre Mitglieder in den Untergrund bzw. in die Emigration getrieben. Die Kommunistische Partei Deutschlands, die 1919 gegründet worden war, gehörte der in Moskau ansässigen und 1919 von Lenin gegründeten Kommunistischen Internationale an. Der Komintern genannte Zusammenschluss kommunistischer Parteien zielte auf die proletarische Weltrevolution. Während des „Großen Terrors“ (1936 bis 1938) wurden Tausende in die Sowjetunion geflüchteten Kommunisten, aber auch Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Künstler und Intellektuelle verhaftet und unter irrwitzigen Vorwänden erschossen oder in die Lager des GULAG deportiert. Insbesondere nach der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes vom August 1939 und dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 wurden zahlreiche Deutsche, die sich in die Sowjetunion geflüchtet hatten, zudem an das nationalsozialistische Deutschland ausgeliefert.
Kommunismus
Gulag
Repression und Haft