Interviews mit Gulag-Zeitzeugen als Podcast

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Historiker Dr. Meinhard Stark fast 300 ehemalige Lagerhäftlinge bzw. ihre Kinder in Russland, Polen, Kasachstan, Litauen und Deutschland interviewt und die Aufzeichnungen und Begleitmaterial dem Archiv der Stiftung zur Verfügung gestellt.

Einige der beeindruckenden Interviews sind nun als Podcast verfügbar. In diesem Bereich können Sie sich die Audiodateien direkt online anhören oder zur nicht-kommerziellen Nutzung kostenlos herunterladen.

Weitere Informationen zur Entstehungsgeschichte der Podcasts finden Sie auf den Seiten des Stiftungsarchivs.

Dietrich Schopen Dietrich Schopen wurde 1931 geboren und wuchs in Mecklenburg auf. In den Nachkriegsjahren engagierte er sich gegen die SED-Diktatur. 1950 wurde er verhaftet und von einem sowjetischen Militärtribunal wegen „Antisowjetischer Agitation“ zu 25 Jahren „Besserungsarbeitslager“ verurteilt. Noch im gleichen Jahr ging Dietrich Schopen auf Transport Richtung Sibirien. Zum Interview

Luise Hörmann 1941 wurde Luise Hörmann verhaftet. Ohne Gerichtsurteil schickte man die 19-Jährige auf eine monatelangen Transport. 1942 erreichte sie völlig ausgezehrt den Lagerkomplex von Taischet, wo sie kurz darauf als „sozial gefährliches Element“ zu fünf Jahren „Besserungsarbeitslager“ verurteilt wurde. Zum Interview

Heini Fritsche Heini Fritsche wurde als 22-Jähriger zu 25 Jahren "Besserungsarbeitslager" verurteilt, weil er Informationen über die zunehmende Aufrüstung und Militarisierung der Volkspolizei an den RIAS weitergegeben hatte. Nördlich des Polarkreises musste er schwere Zwangsarbeit unter Tage leisten. Zum Interview

Nora Pfeffer Nora Pfeffer kam 1919 in Tiflis zur Welt. Nora Pfeffer studierte Germanistik und Anglistik und arbeitete ab 1939 als Sprachlehrerin. Sie heiratete und wurde 1940 Mutter. Ein Jahr später wurde sie verhaftet, ihr Sohn kam zu Angehörigen. Nach acht Monaten Einzelhaft und Nachtverhören wurde sie zu zehn Jahren Gulag und fünf Jahren Verbannung verurteilt. Zum Interview

Rosel Blasczyk wurde als 19-Jährige ohne Gerichtsverfahren und Urteil interniert und später wegen Spionage für den englischen Geheimdienst zu zehn Jahren „Besserungsarbeitslager“ verurteilt. Unter widrigsten Existenzbedingungen leistete die junge Frau in Workuta Zwangsarbeit. Zum Interview

Werner Höpfner wurde als 17-jähriger im Mai 1945 wegen angeblicher „Terrorakte“ und „Organisierter konterrevolutionärer Tätigkeit“ zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Straflager Inta, nahe dem Polarkreis, leistete der Jugendliche Zwangsarbeit. Zum Interview

Horst Hennig wurde 1951 festgenommen, da er im Auftrag seines Vaters einen Umschlag nach Westberlin gebracht hatte. Nachdem er während seiner Untersuchungshaft der Folter ausgesetzt war, kam er zunächst in ein Haftlager für kriminelle Jugendliche, später musste er auch Zwangsarbeit leisten. Zum Interview

Gerda Janson wurde 1950 durch Angehörige der Sicherheitsorgane verhaftet und nach wochenlangen Verhören von einem Moskauer Sondergericht wegen angeblicher „Spionage“ und „Sabotage“ zu 15 Jahren „Besserungsarbeitslager“ in Workuta, nördlich des Polarkreises, verurteilt, wo sie schwere Zwangsarbeit leisten musste. Zum Interview

Ernst-Friedrich Wirth bildete mit Mitschülern einen politischen Gesprächskreis. Nachdem die Behörden davon erfuhren, wurde er von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt und später begnadigt. Er musste Zwangsarbeit im Lagerkomplex Workuta leisten. Zum Interview

Herta Lahne wurde auf der Suche nach ihrem verschleppten Vaters durch die Staatssicherheit entführt und von einem sowjetischen Sondergericht zum Tode verurteilt. Sie wurde zu 15 Jahren „Besserungsarbeitslager begnadigt“ und nach Workuta deportiert, wo sie schwerste Zwangsarbeit leisten musste. Zum Interview

Horst Lange wurde 1949 von einem Moskauer Sondergericht zu zehn Jahren „Besserungsarbeitslager“ wegen „Spionage in organisierter Form“ verurteilt. Der 21-Jährige wurde in den Lagerkomplex Workuta hinter dem Polarkreis deportiert und leistete dort überwiegend Zwangsarbeit als Bergmann. Zum Interview

Karl Heinz Vogeley wurde mit 16 Jahren inhaftiert, da er Durchhalteparolen in seiner Heimatstadt verbreitet hatte. Er war in schweren Verhören physischer Folter ausgesetzt und wurde von einem sowjetischen Militärtribunal zu 15 Jahren „Besserungsarbeitslager" verurteilt, die er in Straflagern am Polarkreis und in Kasachstan verbringen musste. Zum Interview