Interviews mit Gulag-Zeitzeugen als Podcast

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Historiker Dr. Meinhard Stark fast 300 ehemalige Lagerhäftlinge bzw. ihre Kinder in Russland, Polen, Kasachstan, Litauen und Deutschland interviewt und die Aufzeichnungen und Begleitmaterial dem Archiv der Stiftung zur Verfügung gestellt.

Einige der beeindruckenden Interviews sind nun als Podcast verfügbar. In diesem Bereich können Sie sich die Audiodateien direkt online anhören oder zur nicht-kommerziellen Nutzung kostenlos herunterladen.

Weitere Informationen zur Entstehungsgeschichte der Podcasts finden Sie auf den Seiten des Stiftungsarchivs.

Rosel Blasczyk wurde als 19-Jährige ohne Gerichtsverfahren und Urteil interniert und später wegen Spionage für den englischen Geheimdienst zu zehn Jahren „Besserungsarbeitslager“ verurteilt. Unter widrigsten Existenzbedingungen leistete die junge Frau in Workuta Zwangsarbeit. Zum Interview

Werner Höpfner wurde als 17-jähriger im Mai 1945 wegen angeblicher „Terrorakte“ und „Organisierter konterrevolutionärer Tätigkeit“ zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Straflager Inta, nahe dem Polarkreis, leistete der Jugendliche Zwangsarbeit. Zum Interview

Horst Hennig wurde 1951 festgenommen, da er im Auftrag seines Vaters einen Umschlag nach Westberlin gebracht hatte. Nachdem er während seiner Untersuchungshaft der Folter ausgesetzt war, kam er zunächst in ein Haftlager für kriminelle Jugendliche, später musste er auch Zwangsarbeit leisten. Zum Interview

Gerda Janson wurde 1950 durch Angehörige der Sicherheitsorgane verhaftet und nach wochenlangen Verhören von einem Moskauer Sondergericht wegen angeblicher „Spionage“ und „Sabotage“ zu 15 Jahren „Besserungsarbeitslager“ in Workuta, nördlich des Polarkreises, verurteilt, wo sie schwere Zwangsarbeit leisten musste. Zum Interview

Ernst-Friedrich Wirth bildete mit Mitschülern einen politischen Gesprächskreis. Nachdem die Behörden davon erfuhren, wurde er von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt und später begnadigt. Er musste Zwangsarbeit im Lagerkomplex Workuta leisten. Zum Interview

Herta Lahne wurde auf der Suche nach ihrem verschleppten Vaters durch die Staatssicherheit entführt und von einem sowjetischen Sondergericht zum Tode verurteilt. Sie wurde zu 15 Jahren „Besserungsarbeitslager begnadigt“ und nach Workuta deportiert, wo sie schwerste Zwangsarbeit leisten musste. Zum Interview

Horst Lange wurde 1949 von einem Moskauer Sondergericht zu zehn Jahren „Besserungsarbeitslager“ wegen „Spionage in organisierter Form“ verurteilt. Der 21-Jährige wurde in den Lagerkomplex Workuta hinter dem Polarkreis deportiert und leistete dort überwiegend Zwangsarbeit als Bergmann. Zum Interview

Karl Heinz Vogeley wurde mit 16 Jahren inhaftiert, da er Durchhalteparolen in seiner Heimatstadt verbreitet hatte. Er war in schweren Verhören physischer Folter ausgesetzt und wurde von einem sowjetischen Militärtribunal zu 15 Jahren „Besserungsarbeitslager" verurteilt, die er in Straflagern am Polarkreis und in Kasachstan verbringen musste. Zum Interview