Biographische Angaben aus dem Handbuch "Wer war wer in der DDR?":

Geb. u. aufgew. in Leipzig; Vater Kfm.; ab 1897 Studium der Theol. an den Univ. Leipzig, Berlin u. Marburg, u. a. bei Albert Hauck, Heinrich Böhmer, Adolf von Harnack, Adolf Jülicher u. Wilhelm Herrmann; 1903 Prom. bei Karl Lamprecht mit einer Arbeit über die Kirchengeschichtsschreibung Johann Lorenz Mosheims; 1904 – 24 Lehrer für Geschichte u. Religion am König-Albert-Gymnasium in Leipzig; ab 1924 ord. Prof. für Kirchengeschichte an der Univ. Jena; widersetzte sich als Rektor der Univ. 1930 dem Vordringen der Nationalsoz. in Thür.
1945 nach Wiedereröffnung der Univ. amt. Dekan der Theolog. Fak.; 1953 em.; K. H. gilt als Nestor der dt. Kirchengeschichtsschreibung; bereits als Gymnasiallehrer verfaßte er mit seinem »Kompendium der Kirchengeschichte« (Tübingen 1907/08, zul. 1913) ein Lehrbuch, das mehr als zehn akt. Aufl. erfuhr u. bis heute als Standardwerk gilt; schulbildend wirkte v. a. seine Behandlung der Kirchengeschichte in ihren Bezügen zur gesellsch. Gesamtentwicklung einschließl. der Kultur- u. Sozialgeschichte; zu eigenen Forschungen hat K. H. insbes. Hanna Jursch,  Erich Hertzsch, Herbert von Hintzenstern u. Eberhard H. Pältz angeregt; Schwerpunkte seiner Forschungen waren Patristik, Geschichte des Mönchtums, Historiographie u. Geschichtstheorie.

Publ.
J. L. Mosheim. Biogr. Tübingen 1906; Die Krisis des Historismus. Tübingen 1932; Der Ursprung des Mönchtums. Aalen 1936; Geschichte der Theolog. Fak. zu Jena. Weimar 1954.
Sek.-Lit.
Pältz, E.: Geschichte als Selbstorientierung in der Zeit. Zum Vermächtnis K. H. In: Mosaiksteine. 22 Beiträge zur thür. Kirchengeschichte. Berlin 1981; Bibl. In: Theolog. Lit.-Ztg. (1952) 77 u. (1961) 86.