Fakten - Meinung - Mythen: Die DDR als Projektionsfläche

Auch 30 Jahre nach der deutschen Einheit kursieren noch immer Mythen über das Leben, die Politik, die Wirtschaft oder die Kultur in der DDR. Angeblich gab es im „ersten sozialistischen Staat auf deutschem Boden“ keinen Antisemitismus, keine Kriminalität, keine Wohnungsnot, die beste Bildung und medizinische Versorgung für alle und überall soziale Gerechtigkeit und Solidarität. Stimmt das? Renommierte Autoren stellen diese und zahlreiche andere Behauptungen im Laufe der nächsten Wochen in kurzen Essays auf den Prüfstand. Fotos, Filme, Dokumente und weitere Materialien ergänzen das neue Online-Angebot, das zur kritischen Auseinandersetzung mit diesen Mythen anregen soll.

Militär und Gesellschaft in Ost und West

In Diskussionen über die deutsche Sicherheitspolitik geht es mitunter hoch her. Die Bundeswehr wird dabei auch mit der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) verglichen. Die sei vermeintlich eine Armee des Volkes für den Frieden gewesen, die niemals ein anderes Land überfallen hätte. Aber wie war das mit der NVA?
Soldaten der DDR im Manöver

Was bedeutet Meinungsfreiheit heute?

Debatten über strittige Themen werden immer öfter von der Klage begleitet, man dürfe hierzulande nicht mehr offen sagen, was man denke. Und häufig wird im selben Atemzug ein Vergleich mit der DDR gezogen. Nach einer Umfrage der ZEIT aus dem Jahr 2019 sind 41 Prozent der Ostdeutschen der Ansicht, dass es um die Meinungsfreiheit heute nicht besser bestellt sei als früher in der DDR. Doch was ist eigentlich Meinungsfreiheit? Bedeutet Meinungsfreiheit, dass man alles sagen darf, was man denkt? Und wie war es in der DDR um die Meinungsfreiheit bestellt?
Demonstration der Kulturschaffenden in Berlin mit rund 500000 Teilnehmern

Wer wollte die Wiedervereinigung?

Den Ostdeutschen wurde die Einheit übergestülpt, sie wurden gar nicht gefragt, ob sie die Wiedervereinigung wollen – diesen Mythos überprüft Sven Felix Kellerhoff in seinem Text.
Wiedervereinigung

„Die Treuhand hat uns plattgemacht!“ – „Im Osten war aber alles Schrott!“

Bis in die Gegenwart hinein tobt der Streit über die Formen und Folgen des abrupten Übergangs von der Plan- zur Marktwirtschaft nach 1990. Die wirtschaftliche Entwicklung des Ostens im vereinten Deutschland wird gemeinhin als „Problemzone“ der Einheit identifiziert: Nach den immensen Hoffnungen und der Euphorie des Herbstes 1989 folgten dann, spätestens ab 1991/92, der jähe Absturz und massive Enttäuschungen. Statt „blühender Landschaften“ tat sich nun ein ewiges „Jammertal“ im Osten auf.
1992, Arbeiter aus dem Stahlwerk Henningsdorf bei Berlin demonstrieren gegen die Treuhand

Corona-Diktatur?

In einem Artikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreiben Christine Lieberknecht (CDU), Vorstandsmitglied der Bundesstiftung Aufarbeitung und ehemalige Ministerpräsidentin von Thüringen, Iris Gleicke (SPD), ehemalige Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsministerium sowie MdB Linda Teuteberg (FDP), Mitglied im Bundesvorstand ihrer Partei und ehemalige Generalsekretärin, über Kampfbegriffe wie „Corona-Diktatur“, DDR-Vergleiche und die Instrumentalisierung von NS-Verbrechen.
Zeitungsstapel